Super-Sportfeste und stimulierender Freizeitsport

Finnlands Ansehen als Sportland beruht zum großen Teil auf glänzenden Erfolgen ehemaliger Amateursportler, die dem kleinen Land zu über vierhundert Olympiamedaillen verholfen haben. Paavo Nurmi, der es auf neun Goldmedaillen brachte, brach auf der Aschenbahn einen Weltrekord nach dem anderen. So auch auf dem alten Sportplatz Eläintarha in Helsinki, den Nurmi-Fans noch heute besichtigen können.

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Das Olympiastadion in Helsinki wurde rechtzeitig zur geplanten Olympiade 1940 fertiggestellt, die kriegsbedingt auf 1952 verschoben werden mußte. Die Olympischen Spiele in Helsinki gelten vielen Sportfreunden als die letzten 'echte' Olympiade im Geist des Barons Pierre de Coubertin.

In Helsinki wurden in den vergangenen Jahrzehnten eine Reihe von internationalen Mega-Sportwettbewerben ausgetragen: 1983 die erste Leichtathletik-WM, 1971 und 1994 die Europameisterschaften und 1998 die Eisschnellauf EM. Die Eishockey-WM 1997 ging ebenfalls in Helsinki übers Eis.

In der hauptsächlich für Eishockey konzipierte Sporthalle Hartwall Areena in Helsinki werden 1999 sowohl die Eiskunstlauf- als auch Aerobic WM entschieden. Helsinki war bereits dreimal vorher der Gastgeber von bedeutenden Eiskunstlauf-Veranstaltungen. Die Europameisterschaft im Schwimmen ist im Jahr 2000 an der Reihe. Auch mit dem finnischen Fußball geht es offenbar aufwärts. Der Helsinkier Verein HJK verblüffte die Fachwelt mit dem Aufstieg in die Champions League: mit einem Sieg gegen den portugiesischen Verein Benfica und einem Remis gegen FC Kaiserslautern. Grund genug, direkt neben dem Olympiastadion ein neues überdachtes Fußballstadion zu errichten.

„Unser Ansehen als Organisator von großen Sportveranstaltungen geht auf die finnische Sportkultur zurück, die wiederum auf den Einsatz von Freiwilligen basiert”, erläutert Anssi Rauramo, Leiter des Sportamts von Helsinki. „Für alles finden sich qualifizierte, unbezahlte Arbeitskräfte. Die Basisarbeit leisten die Sportvereine. Für bedeutende Wettbewerbe steht immer ein Troß von freiwilligen Helfern bereit”. Auch die von den Sportvereinen betreute Juniorarbeit ist ehrenamtlich. Der vormalige Korbballspieler Rauramo trainiert selbst am frühen Morgen, noch vor Arbeitsbeginn, die Juniorenmannschaft. Ehrenamtlich, versteht sich.

Neben Spitzensport bietet die Stadt Helsinki ihren Einwohnern und Auswärtigen zahlreiche Einrichtungen für den Freizeitsport. Im Sommer hat man die Wahl zwischen mehreren Schwimmhallen, dem Schwimmstadion oder zahlreichen Badestränden. Das an die Strände von Helsinki anbrandende Meerwasser ist so sauber, daß man in ihm getrost baden kann. An Tennis- und Squashhallen ist ebenfalls kein Mangel. Im Stadtzentrum steht die Vielzweckhalle Kisahalli, in der man an die dreißig Sportarten ausüben kann, von Leichtathletik bis zu Korbball. Für Jogger im Sommer und Skilangläufer im Winter ist Helsinki wie geschaffen. Im Herzen der Stadt lädt der weitläufige Zentralpark zum Joggen und Skilaufen in freier Natur ein. „Dort kommen einem Elche und Hasen entgegen, ein Wald mitten in der Stadt”, schwärmt Anssi Rauramo.

In einer neuen Untersuchung (COMPASS-Projekt) wurden die sportlichen Aktivitäten der Bevölkerung in Finnland, Schweden, Irland, England, Belgien, Frankreich und Italien miteinander verglichen. Aus dieser Studie gehen die Finnen als sportlichste Nation hervor.

Siehe auch:
WTF-O Helsinki Cup - Juniorenkicker erobern die Stadt