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Hölzerne Diät

In den Mißerntejahren des vergangenen Jahrhunderts wurde in Finnland das Backmehl mit Borkenmehl gestreckt, das aus dem Bast der Kiefernrinde gewonnen wurde. Heute hat sich das Ersatzbrot der Hungerjahre zu einem gesundheitsfördernden Nahrungsmittel (functional food) gemausert.

Die Wiederentdeckung des Kiefernborkenmehls beruht auf dessen hohem Anteil von pflanzlichen Antioxidantien, den sog. Flavonoiden, deren gesundheitliche Auswirkungen weltweit erforscht werden. Pflanzliche Flavonoide mindern erwiesenermaßen u.a. das Risiko, an Herz- und Kreislaufleiden zu erkranken. Die Flavanoide des Borkenmehls entsprechen den des grünen Tees, der besonders starke Flavanoide enthält. Die Hälfte des Borkenmehls entfällt überdies auf Nahrungsfasern, und da es glutenfrei ist, eignet es sich hervorragend als Diät für an Zöliakie leidende Kleinkinder.

Heute sind in Finnland bereits Borkenmehl sowie Roggenbrot und Knäckebrot mit Borkenmehlbeimengung auf dem Markt. Der Export nach Holland, Deutschland, Frankreich und Österreich läuft an.

Die Borke wird von jungen, frisch gefällten Kiefern in Streifen abgeschält, die von allen braunen und grünen Borkenteilen gesäubert werden. Die mehrere Millimeter dicken Borkenstreifen werden sodann getrocknet, geröstet und gemahlen.