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Finnland nimmt eine zentrale Stellung an der Schnittstelle zwischen den westlichen und östlichen Märkten ein. Unternehmen, die von dieser Stellung profitieren wollen, haben sich, aus plausiblen Gründen, auf den Großraum Helsinki konzentriert. In Helsinki finden sie die Dienstleistungen und Infrastruktur vor, die ein Unternehmen und - dies ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt - seine Mitarbeiter brauchen.

Nyrki Tuominen, Manager des Gewerbereferats der Stadt Helsinki, sieht die Aufgabe des Referats darin, die Stadt für ausländische Unternehmen attraktiv zu machen. „Wir helfen ihnen bei der Etablierung in Helsinki. Dafür gibt es mannigfache Prozeduren. Es ist üblicher, ein schon existierendes Unternehmen zu kaufen, statt eine Filiale zu gründen. Die Stadt ermuntert den Neuankömmling, indem sie ein Informationspaket schnürt, wenn der Investitionsbeschluß sondiert wird, und indem sie weiterhilft, wenn die Entscheidung gefallen ist.”

Als Universitäts- und Hochschulstadt kann Helsinki mit fremdsprachlichen, qualifizierten Arbeitskräften dienen. Die Stadt pflegt auch in der Praxis mit den Hochschulen enge Zusammenarbeit. Die Kooperation zwischen der Wirtschaftsuniversität Helsinki und der Stadt begann offiziell im April 1998. Das Gewerbereferat hat bei ihr eine Umfrage in Auftrag gegeben, mit der die Gründe eruiert werden sollen, die ausländische Unternehmen veranlaßt haben, den Standort Finnland und Helsinki zu wählen. „Allein die praktischen Erfahrungen lassen viele Rückschlüsse zu”, sagt Nyrky Touminen. „Auch die, international gesehen, begrenzten Märkte Finnlands sind interessant, wenn ein Unternehmen sich weitgehend spezialisiert hat. Überdies können Unternehmen Helsinki auch als eine Pforte nach Skandinavien, Rußland oder dem Baltikum nutzen - oder nach allen drei Richtungen zugleich. In diesem Zusammenhang treten die geographischen Vorteile Helsinki klar zutage. Die Attraktivität dieser Märkte manifestierte sich in den letzten Jahren in einer Zunahme der Unternehmen, die sich in Helsinki niedergelassen haben.”

1993 wurde in Helsinki die Metropolitan Development Corporation (HMDC) mit dem Ziel gegründet, funktionierende Geschäftsverbindungen nach Rußland und den baltischen Staaten zu etablieren. Helsinki ist der Hauptaktionär des Unternehmens, auch Nachbargemeinden haben sich beteiligt. HMDC ist es gelungen, ein Netz von privaten und geschäftlichen Kontakten in den Zielländern aufzubauen. Das Unternehmen unterhält eigene Bürohäuser in Moskau, St. Petersburg und in Tallinn. Diese Dependancen sind mehr als bloße Informationsstellen, sie vermieten auch Geschäftsräume an interessierte Unternehmen. Der Andrang ist größer als die Zahl der zu vermietenden Räume.

Gewerbereferent Tuominen bedauert, daß der Standort Helsinki weltweit nur unzulänglich bekannt ist. „Da muß noch viel getan werden. Das gilt für Finnland generell. Dies ist ein umfassendes Ziel, das u.a. auch von dem Touristik- und Kongreßmarketing verfolgt wird. Anfang 1998 haben Helsinki und umliegende Gemeinden ein neues Projekt gestartet, das Helsinki - die Stadt ist im Ausland am bekanntesten - explizit für Unternehmen vermarktet. Das Marketing wendet sich an die für den Investitionsprozeß wichtigen Zielgruppen wie Investmentberater, an erwünschte Branchen und auch direkt an potentielle Unternehmen.”

Die Erfahrung lehrt, daß Unternehmen, die sich einmal in Helsinki niedergelassen haben, auch hierbleiben. In Finnland sind derzeit rund 3000 ausländische Unternehmen tätig, 2500 im Großraum Helsinki und 1000 im Stadtgebiet.