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Tonangebend beim Musikfestival Mikkeli
Image size 16 Kb Das Musikfestival Mikkeli, das 1998 zum siebten Mal ausgerichtet wird, hat sich als eine landesweit bedeutsame Veranstaltung etabliert. Von Jahr zu Jahr strömen mehr Besucher in die Konzerte, im letzten Jahr waren es mehr 8000 Musikfreunde. Walerij Gergijew, der künstlerische Leiter des Festivals und Generaldirektor des Mariinski-Theaters in St. Petersburg, hält die Aufbauphase nunmehr für abgeschlossen. Die Veranstaltung hat sich rundum in die von ihm gewünschte Richtung entwickelt.

Das im Sommer 1988 fertiggestellte Konzert- und Kongreßgebäude Mikaeli ist der Mittelpunkt des Musikfestivals. In den größeren Räumen der Domkirche, in der Holzkirche der Landgemeinde und in etlichen anderen zweckdienlichen Räumlichkeiten der Stadt werden ebenfalls Konzerte arrangiert.

Der Leiter des Musikfestivals Jukka Tikka charakterisiert die Veranstaltung als ein Rendezvous der kleinen Stadt Mikkeli mit dem mächtigen St. Petersburg im Geiste der Musik. „Die Zusammenarbeit basiert nicht auf offiziösen Verlautbarungen und auf großem Geld, sondern auf Freundschaft, auf dem Genius loci und auf der reizvollen Natur.” Bei der Planung neuer Veranstaltungen sorgt Gergijew dafür, daß ihm genügend Zeit bleibt zum Saunen, Schwimmen und zu anderen Aktivitäten in der Natur. Viele Geschäftsreisende, die Mikkeli besuchen, denken ähnlich.

Daß es gelungen ist, den Stardirigenten Gergijew als künstlerischen Leiter des Musikfestivals Mikkeli zu gewinnen, darf als ein kleines Wunder gelten. Die Liste seiner Meriten ist lang: 1993 wurde Gergijew von der Jury des International Music Awards und 1966 vom Musical America Directory zum Dirigenten des Jahres gekürt. Das Marinski-Theater in St. Petersburg ist während seiner Stabführung in die Elite der internationalen Opernhäuser aufgestiegen. Gastspiele in aller Welt, u.a. in der New Yorker Metropolitan, waren überaus erfolgreich. Gergijew hat zudem mit seinem eigenen Orchester die Welt bereist, und jeden Sommer bringt er eine Schar von Topsolisten mit nach Mikkeli, die regelmäßig ein paar Urlaubstage in der bilderbuchschönen Seenregion verbringt. Sollte dies der Grund dafür sein, daß das weltweit gefragte Marinski-Ensemble Mikkeli die Treue hält?

Für den Sommer 1999 ist geplant, Esa-Pekka Salonen aus Los Angeles fortzulocken und ein paar Konzerte zu dirigieren. Außerdem soll eigens für das Festival eine Bühnenproduktion von Verdis La Traviata produziert werden. Dazu sind zusätzliche Bauten erforderlich, weil die Aufführung der großen Bühne in St. Petersburg nicht auf die viel kleinere von Mikaeli übertragen werden kann. Als konzertante Oper wurde Verdis Aida eingeplant. Die Konzertvariante von Bizets Carmen in der Kirche der Landgemeinde, der viertgrößten Holzkirche Finnlands, lockte 1400 Zuhörer an.

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Mikkelis Mikaeli

Die Konzert- und Kongreßhalle Mikaeli [=Michael] wurde im Sommer 1988 fertiggestellt. Der Name des Hauses verweist auf die Legende, daß sich der Erzengel Michael im 13. Jahrhundert von Nowgorod nach Savilahti begab. In dem vom Architekturbüro Arto Sipinen entworfenen Gebäude sind Einflüsse von Alvar Aalto unverkennbar: lappländischer Marmor, Birke und viel Licht. Es repräsentiert den finnischen Funktionalismus im besten Sinne. Mikaeli ist ein Haus der, wenngleich nicht unbegrenzten, so doch vielen Möglichkeiten. Der Martti-Talvela-Saal (694 Plätze) und der Kammermusiksaal (166 Plätze) sind akustisch vortreffliche Konzertsäle, deren Beleuchtungs-, Ton- und Tagungstechnik auf dem letzten Stand sind. Das Gebäude beherbergt überdies ein Café und ein reservierbares Restaurant. Das Mikaeli ist nur einen Kilometer vom Marktplatz Mikkelis entfernt.

Mehr über Walerij Gergijew [auf Englisch]