Image size 17 Kb Eine Halle als brillanter Klangkörper

Dass ein Holzhaus keine gute Akustik haben kann, wurde mit der Sibelius-Halle in Lahti widerlegt, die im Frühjahr 2000 eingeweiht wurde. Sie ist, soweit bekannt, das einzige gänzlich aus Holz erbaute Konzertgebäude der Welt und die Heimstätte der renommierten Sinfonia Lahti. Schon nach dem Eröffnungskonzert jubelten Kritiker sie zum besten Konzertsaal Finnland hoch. Als die Akustik im Laufe eines Jahres auf das volle Klangvolumen adjustiert wurde, war - im In- und Ausland - schon von einem der besten Konzertsäle Europas die Rede.

Die Akustik des Gebäudes wurde gar mit der satten Klangfülle der Birmingham Symphony Hall verglichen. Kein Wunder, beide Musikhäuser wurden von dem gleichen akustischen Planer Russell Johnson betreut, der in seinem Fach als Koryphäe gilt. Für Lahti kam von Anfang nur ein akustisch hochwertiger Konzertsaal in Frage. Russel Johnsons akustische Vorgaben wurden von den Architekten Kimmo Lintula und Hannu Tikka getreulich befolgt.

Die Seitenwände des würfelförmigen, für über 1200 Zuhörer ausgelegten Konzertsaals bestehen aus Furnierschichtholzschalen, die mit Sand gefüllt sind. Dadurch konnte eine ausreichende Massivität erzielt werden, die auch tiefe Tonlagen reflektiert.

Die Waldhalle verbindet das alte mit dem neuen Gebäude. Ihre Holzpfeiler sind über 13 Meter hoch.
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Der eigentliche Konzertraum wird von Echokammern, hoch wie das Gebäude selbst, flankiert. Sie sind mit 188 regulierbaren Türen versehen, mit denen die Nachhallzeit bis hin zum Kathedralenhall gesteigert werden kann. Die Saalakustik wird überdies mit einem höhenregulierbaren hölzernen Deckenbodenbaldachin, dem Canopy, adjustiert. Mit ihm lassen sich ideale Einstellungen für verschiedene Orchesterbesetzungen oder für Vorträge erzielen.

Die Sibelius-Halle ist für Konzerte und Kongresse konzipiert. Sie setzt sich zusammen aus einer hundert Jahre alten ehemaligen Möbelfabrik, einen Konzert- und Tagungssaal sowie einem Kongressflügel, die allesamt Teile der imposanten Waldhalle sind. Die als Foyer des Konzertsaals und für Bankette genutzte Waldhalle wird von neun riesigen Holzpfeilern getragen, die sich als dachtragendes Astwerk verzweigen. Der sternenübersäte Himmel, der durch das Dach scheint, ist sich seit Sibelius' Geburt gleich geblieben. Durch die hohen Fenster eröffnet sich ein geruhsamer Ausblick auf den See Vesijärvi.

Siehe auch:
WTF-O Renaissance des Holzbaus in Finnland
Stradivari unter Glas