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Wodka kennt keine Grenzen

Wodka wird nicht gebechert, sondern in kleinen Schlücken, als Schnaps oder Bestandteil verschiedener Cocktails genossen. Dies geht schon aus seinem russischen Namen hervor: Wodka bedeutet „Wässerchen”. Der Anteil von Wodka auf nationalen Spirituosenmärken fluktuiert erheblich. Im traditionellen Wodka-Gürtel - Osteuropa, Finnland, Schweden und Island - beträgt er über 25 Prozent. In angelsächsischen Ländern (USA, Kanada, Irland, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Südafrika) macht sein Anteil am Alkoholkonsum 5-25 Prozent aus, in anderen Ländern liegt er darunter.

Die Destillierkunst brachten finnische Söldner vor rund 400 Jahren aus Mitteleuropa nach Finnland mit. Heute hat sich diese Kunst zu einer Wissenschaft gemausert, vor der die wackeren Kriegsknechte kapitulieren müßten. Die Tochter Primalco des Konzerns Alko-yhtiöt hat ein eigenes computergestütztes Herstellungsverfahren ausgetüftelt, das Spitzenqualität garantiert. Zum Erfolg der Marke Finlandia Vodka tragen nicht zuletzt die Rohstoffe bei: Getreide, daß in langen hellen Sommertagen heranreift, und kristallklares Quellwasser. Das hochentwickelte Primalco-Verfahren wurde inzwischen an renommierte Spirituosenhersteller wie William Grant & Sons in Schottland geliefert.

Image size 21 Kb „Finlandia Vodka ist neben Martti Ahtisaari und Mika Häkkinen einer der weltweit bekanntesten finnischen Namen”, so der Generaldirektor von Alko-yhtiöt Ilkaa Suominen. „Er gilt als finnisch, während man z.B. das Ursprungsland von Nokia oft überhaupt nicht kennt. Heute wird das Marketing internationaler Erfolgsprodukte meistens ohne Angabe des Ursprungslands betrieben. Wichtiger ist, daß das Markenzeichen bekannt ist. Der Erfolg des Finlandia Vodka zeigt andererseits, daß die Erwähnung des Ursprungslands zumindest nicht schaden kann.”

„Ein Markenzeichen kann nur durch intensives Marketing kreiert werden. Die internationale Spirituosenindstrie läßt sich das Marketing, verglichen mit den Investitionen in Rohrleitungen, Behältern und Hallen, relativ viel kosten”, weiß Generaldirektor Suominen „Vor dem Kaufentschluß muß man den Namen des Getränks kennen. Der Namen muß positive Assoziationen auslösen. Das ist die Grundidee der gesamten Designindustrie. Designprodukte von Markenjeans bis Autos werden auf diese Weise verkauft.”

Die vormals staatliche Alkoholgesellschaft Alko-yhtiöt wurde vor drei Jahren in ein konzernförmiges Unternehmen umgewandelt. „In dieser Zeit waren wir im Ausland sehr aktiv”, sagt Ilkka Suominen. „Wir haben im Ostseeraum Fuß gefaßt, im Baltikum und in Polen haben wir Produktionen aufgebaut. Jetzt ist Rußland an der Reihe. Im Ausland wird, auch unter anderen Namen als Finlandia, vor allem Wodka abgefüllt, in Estland zudem Whisky und Gin. Den Export haben wir zunehmend forciert. So haben wir in den USA den Importeur gewechselt, der neue ist hoffentlich effektiver als der vorherige. Im Oktober 1997 präsentierte Primalco auf der Tax Free-Messe ein neues Produkt, Finlandia 21, das speziell für den Tax Free-Markt konzipiert wurde. Diese Art von Produktentwicklung zielt auf das nächste Jahrtausend ab.”

Wenn Geschäftsleute über Investitionen im Ostseeraum reden, wird oft vergessen, daß auch Deutschland ein Ostseeanrainer ist. Ilkka Suominen hat dafür eine Erklärung parat: ”In Deutschland beginnt das alte Westeuropa, das aus finnischer Sicht zu einem anderen Raum gehört.”

Mehr über Finlandia Vodka [auf englisch]