Wachstum auf Schwerpunktgebieten

Image size 6 Kb „Rautaruukki möchte regional ein starkes Unternehmen sein, aber auch nicht zu den global schwachen gehören”, erklärt geschäftsführender Direktor Mikko Kivimäki und stopft sorgfältig seine Pfeife nach. Von der Ausbildung her Jurist, gemahnt er an einen Fabrikpatron alter Schule. Er steuert einen Konzern - wohl wissend um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts -, der 4,3 Mio. Tonnen Stahl produziert und einen Umsatz von über 15 Mrd. Finnmark (2,5 Euro) macht.

„Die Kommunikationsebenen eines internationalen Unternehmens müssen so verzahnt werden, daß aktuelle Informationen überall im Unternehmen effektiv genutzt werden können. Das Intranet spielt dabei eine bedeutende Rolle.”

Rautaruukki ist im europäischen Maßstab ein mittelgroßes Unternehmen, aber in Skandinavien ist es unbestritten die Nummer eins in seiner Branche. Auch künftig wird das Unternehmen in Bereiche investieren, in der es bereits eine starke Marktposition innehat. Neben dem einheimischen Markt bilden die nordischen und die neuen Marktwirtschaftsländer mit Schwerpunkt auf Polen, Rußland und die baltischen Staaten das Hauptabsatzgebiet von Rautaruukki. Der Anteil dieser Märkte am Konzernumsatz macht gut 60 Prozent aus.

„Unser Verkauf in diese Reformländer stieg 1998 um ganze 38 Prozent an”, merkt Kivimäki zufrieden an und weist darauf hin, daß knapp ein Drittel des Umsatzes in Finnland erwirtschaftet wird, in einem Land mit nur 5 Millionen Einwohnern. „Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Reformländer ist im Vergleich zu Finnland noch dürftig, aber sie bergen ein gewaltiges Absatzpotential. Das ist ein langfristiger Prozeß. Man darf dort keineswegs schlechtere Produkte verkaufen als in Finnland und auf den westlichen Märkten, wenn man in diesen Ländern reüssieren will. Wenn das Produkt hochwertig ist und dem Bedarf entspricht, dann ist auch an Kunden kein Mangel.”

Das Unternehmen erschließt zielbewußt neue Märkte. Schon 1992 baute es im estnischen Pärnu eine Produktion auf. Danach hat Rautaruukki - mit schlanken Investitionen, wie Kivimäki betont - weitere Fertigungen in Lettland, Polen, Tschechien, Ungarn, in der Slowakei sowie in Moskau und St. Petersburg angeschoben. Außerdem hat Rautaruukki ein Netz von Verkaufsstellen eingerichtet.

Hoher Veredlungsgrad - Schlüssel zum Erfolg

Image size 11 Kb

Das Stahlgeschäft verlangt zumindest in der Anfangsphase viel Kapital. Bezogen auf den Umsatz ist der Aufbau von Kapazitäten recht kostspielig. Mit ansteigendem Veredlungsgrad werden die Investitionen kleiner - und die Erträge steigen. Die Branche ist zudem äußerst konjunkturanfällig. Die Konjunkturschwankungen sollen daher mit einem hohen Veredlungsgrad möglichst abgefangen werden. Die Kapitalrendite betrug von 1993 bis 1998 im Schnitt 13 Prozent. Das kann sich im Stahlgeschäft durchaus sehen lassen.

„Das Unternehmen wurde zielbewußt auf eine Anhebung des Veredlungsgrads getrimmt”, betont Mikko Kivimäki. „Ein Endprodukt kann zugleich der Rohstoff für den nächsthöheren Veredlungsgrad sein. Mit steigendem Veredlungsgrad klettert auch der Preis. So kann man für eine simple Stahlbramme, wenn sie als weit veredeltes Systemprodukt hergestellt wird, einen sieben- bis achtmal höheren Preis erzielen. Das Management der Veredlungskette ist für die Rentabilität besonders wichtig. Deshalb können wir ständig mit einem Produktsortiment aufwarten, das auf die jeweiligen Märkte zugeschnitten ist.”

Rautaruukki hegt keine hochfliegenden globalen Pläne, aber auf ausgesuchten Schwerpunktgebieten will das Unternehmen jederzeit für neue Herausforderungen gewappnet sein. Die Investitionspläne für das Werk Raahe sehen eine Stahlproduktion von 2,8 Mio. Tonnen und eine Walzkapazität von rund 3 Mio. Tonnen vor. Die Produktionskosten für Stahl sollen dank neuer Verfahren ca. 10 Prozent gesenkt werden. Zur Zeit wird in Hämeenlinna eine neue Verzinkungsanlage mit einer Kapazität von 400 000 Tonnen errichtet, die nach Fertigstellung im Frühjahr 2000 die Weiterverarbeitungskapazitäten des Konzerns beträchtlich ausweiten wird.

Ein hochentwickelter Veredlungsgrad ist das Erfolgsrezept des Konzerns, der weitgehend kundenspezifische Spezialprodukte herstellt. Hierzu zählen auch Markenzeichen wie Rautaruukkis Steel Raex, Racold, Ragal und Racolor. Mit diesen Markenzeichen, so hofft man bei Rautaruukki, liegt das Unternehmen einen entscheidenden Schritt vor seinen Konkurrenten.

Mehr über Rautaruukki Oy [auf Englisch]