Image size 24 Kb Kuopio auf dem Sprung

Seit den 50er Jahren liegt Finnland beim Skispringen vorn. Das finnische Trainingszentrum für Skisprung war in den letzten Jahren Kuopio, von wo die meisten der Springer der finnischen Nationalmannschaft zu Turnieren in alle Welt starten. Janne Ahonen, Matti Hautamäki, Mika Laitinen und Ari-Pekka Nikkola sind Weltstars ihrer Disziplin, und die finnische Nationalmannschaft kann es mit jeder anderen aufnehmen.

Der Skiverein Puijo in Kuopio hat alles, was man zum Erfolg braucht: ein professionelles Trainingszentrum, die Unterstützung durch Sponsoren und die Stadt, vortreffliche Trainingsmöglichkeiten rund ums Jahr und vor allem motivierte und talentierte Skispringer, die aus „sprungbereiten” Jugendmannschaften rekrutiert werden.

Skispringen ist eine telegene Disziplin, die international immer beliebter und folglich auch kommerzieller geworden ist. Für das Skisprungtraining werden beachtliche Mittel bereitgestellt. Das Niveau ist inzwischen so hoch, daß man mit Springkünsten des vergangenen Jahres in dieser Saison keinen Blumentopf gewinnen kann.

Wie hat der Skiverein Puijo in dem harten Wettbewerb bestehen können? „Eine einfache Erklärung dafür gibt es nicht”, antwortet Mika Kojonkoski, Trainer des Top Teams Kuopio. Er betont indes immer wieder das eine: Professionalität.Stärker als von finanziellen Faktoren wird Professionalität durch eine professionelle Einstellung zum Training bestimmt. Bei einem Trainingspensum von mindestens 20-25 Stunden pro Woche wird dem Sportler eine hohe Motivation abverlangt. Rund ums Jahr, Jahr für Jahr. Ein solches Pensum kann niemand neben seiner regulären Arbeit bewältigen.

„Willensstärke ist das A und O. Sie wird in allen Trainingssituationen nach Möglichkeit gefördert. Ein ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl unserer Mannschaft und ein starkes individuelles Selbstvertrauen gehen Hand in Hand”.

Ein robustes Selbstvertrauen ist enorm wichtig, weil Skispringen leistungstechnisch eine besonders sensible Disziplin ist. Bei einem Tempo von 90-100 km/h erfolgt der eigentliche Absprung in einem Bruchteil von Sekunden. Die Biomechanik des Absprungs und andere Teilfaktoren der Sprungleistung werden wissenschaftlich erforscht.

Trainer Mika Kojonkoski nimmt an der einschlägigen Forschung der Universität Kuopio teil. Er hat sich auf das zentrale Nervensystem und auf die Fähigkeit des Skispringers konzentriert, seine Motorik zu kontrollieren und zu koordinieren.

„Es hat sich herausgestellt, daß die erfolgreichsten Sportler bei Videospielen durchweg konzentrierter und präziser reagierten als andere. Vielleicht sind sie gerade deswegen Champs.”

Beim Skispringen geht es indes weniger ums Springen als ums Fliegen. Die Aerodynamik der Disziplin wurde schon in den 50er Jahren und wird noch immer erforscht. Darauf beruht u.a. die ständige Weiterentwicklung der Ausrüstung.

„Wenn man im Training Untersuchungsergebnisse verwerten kann, hat man gegenüber seinen Konkurrenten einen Vorsprung von Jahren”, beteuert Kojonkoski.

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