Geschmackserlebnisse  Image size 5 Kb je nach Saison

Im Januar Aalquappen und Fischrogen, im Frühjahr Speisemorchel, Brennesseln und Rhabarber, im Sommer Frühkartoffeln und Gemüse, Lachs und Erdbeeren, im August Krebse, im Herbst Beeren und Pilze und im Spätherbst Wild. So könnte - wenn auch stark verkürzt - der finnische Speisezettel je nach Jahreszeit aussehen.

Anläßlich des 450. Jubiläums von Helsinki und als Teil des Kulturstadtprogramms wurde - basierend auf finnischen Rohstoffen und je nach Jahreszeit - das Helsinki-Menu ausgetüftelt. Unter Leitung führender finnischer Küchenchefs wurden für jeden Monat „Speisekörbe” samt typischen Rezepten zusammengestellt. Die an dem Projekt beteiligten Restaurants bereiten, jedes in seinem unverwechselbaren Stil, entweder ein ganzes Menü oder bestimmte Gerichte zu. Finnische Gastronomie à la Helsinki-Menü wird in zig Restaurants im Großraum Helsinki aufgetischt.

Gaben der Natur aus der näheren Umgebung

Mit dem Helsinki-Menü soll die finnische Eßkultur gefördert und bekannt gemacht werden. Ein wesentlicher Aspekt sind reine finnische Naturprodukte. Warum Seeteufel und Thunfisch servieren, wenn einheimische Brack- oder Süßwasserfische ihnen geschmacklich überlegen sind? Ein zweiter Gesichtpunkt ist der Wechsel der Jahreszeiten. Die saisonalen Delikatessen sind am frischesten und schmecken am herzhaftesten. Alle erdenklichen Gerichte brauchen nicht jederzeit verfügbar sein.

Image size 26 Kb Neben den Gaben der Natur - Pilze, Fische, Beeren und Wild - enthält der Speisekorb u.a. ökologisch produziertes Schweinefleisch und einen vielseitigen Brotkorb vom Roggenbrot bis zum Schärenbrot. Von den hochwertigen Produkten aus finnischer Milch wurden Emmentaler und Edelspitzkäse und von der ostfinnischen Eßkultur saure Sahne und Quark aufgenommen. Süßes Gebäck repräsentiert das Alexander-Törtchen (benannt nach dem russischen Zaren) und die Runeberg-Torte - der Nationaldichter Runeberg läßt grüßen. Von den Getränken wurden Wodka, Bier und Beerenliköre herausgestellt.

Die meisten Speisekorb-Erzeugnisse wurde möglichst nahe bei Helsinki produziert. Ausnahmen sind lappländische Puikula-Kartoffeln und Rentierfleisch sowie Zwergmaränen aus ostfinnischen Seen.

Anleihen aus Ost und West

„Geschmack und Aroma!”, preist Chefkoch Olli Vuori die Vorzüge der finnischen Küche an. Er hat an der Entwicklung des Helsinki-Menüs mitgearbeitet. „Unsere nördliche Lage und die langen Sommertage verleihen dem Gemüse, Beeren und Pilzen ein einzigartiges Aroma, die sie unverwechselbar machen”.

Zu Vuoris Favoriten zählen Fische, „die besten der Welt”, Fischrogen, Dill und andere Gewürzkräuter, Beeren und Pilze. „Die finnische Eßkultur enthält Anleihen aus dem Osten und Westen, aus Rußland und Schweden und bis zu einem gewissen Grad auch aus Estland und Deutschland. Die Geschichte des Landes spiegelt sich unverkennbar auch in der finnischen Küche wider”, erläutert Vuori.

Vuori zelebriert im Januar das Jubiläum von Helsinki in seinem eigenen Restaurant mit einem Aalquappen-Menü. Es umfaßt Aalquappenleber mit Mozzarella und Preiselbeer-Pesto, Aalquappe in Parmaschinkenrolle mit Spinatkartoffelpüree. Zum Dessert gibt es Sahneschokoladen-Mousse.