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Synergievorteile
durch
Profilierung

 

 
Die Universität Kuopio ist im europäischen Maßstäben eine blutjunge Hochschule. Sie ist gerade mal ein Vierteljahrhundert alt, während die älteste finnische Universität 350 Jahre auf dem Buckel hat. In Kuopio wird indessen Jugend als Modernität verstanden. Um die dynamische Uni hat sich ein rasch wachsendes Kompetenzzentrum angesiedelt, das die Universität Kuopio auf bestimmten Gebieten an die Spitze katapultiert hat.

Die Universität umfaßt vier Fachbereiche. Die im In- und Ausland bekannte, forschungsintensive Uni hat sich vor allem in den Bereichen Pharmazie und Tierbiotechnik profiliert. Weitere dynamische Fachbereiche sind Gesundheitspflege- und Umwelttechnologie.

„Aufgrund der Profilierung haben wir viele Synergievorteile erzielt”, sagt Prof. Ossi V. Lindqvist. „Professoren der medizinischen Fakultät dozieren auch über Naturwissenschaften, und Professoren der naturwissenschaftlichen Fakultät stellen sich Medizinstudenten.”

Als Zögling der traditionellen Universität möchte Lindqvist die starren Souveränitätsgrenzen zwischen Fakultäten und Lehrfächern vermeiden, die früher oft eine Belastung darstellten. „Wir streben keine Scheuklappenwissenschaftler an, sondern problemlösende Forscher. Fachübergreifende Forschungsprojekte haben sich als effektiv erwiesen. Dies ist nicht möglich, wenn sich die Forscher in ihrer Studierstube verschanzen.”

Die Universität Kuopio hat denn auch in letzter Zeit nur fachübergreifende Entwicklungsprojekte akzeptiert. „Das kommt manche Forscher hart an, aber das ist zugleich höchst nützlich, für sie selbst und die Gesamtheit der Uni.”

Typisch für die Universität ist überdies eine kooperative Einstellung zur Gesellschaft und zum Wirtschaftsleben. Früher wurden von Unternehmen in Auftrag gegebene Forschungsvorhaben in den Hochschulen mit scheelen Augen angesehen. Das hat sich gründlich geändert, die Universität Kuopio ist heute betont wirtschaftsfreundlich. „Wenn mir jemand sagt, daß eine Finanzierung durch Unternehmen die Selbständigkeit und Forschungsfreiheit der Universität gefährdet, dem entgegne ich, daß der Finne A.I. Virtanen ausschließlich von privaten Unternehmen unterstützt wurde und schließlich den Nobelpreis für Chemie erhielt”, kontert Lindqvist. „Die Zeit der Elfenbeintürme ist vorbei.”

Im internationalen Vergleich ist die Universität Kuopio klein. Doch auch aus ihrer Kleinheit hat die Uni in Form ihres Kompetenzzentrums eine Tugend gemacht. Lindqvist führt ein Beispiel dafür an: „Mit Langzeitstudien in der Gesundheitspflege hat Kuopio viel Reputation eingeheimst. Die Befragten der Patientenreihenuntersuchungen können stets erreicht werden.” Anders als z.B. in den Vereinigten Staaten, an deren Universitäten Lindqvist ebenfalls reichlich Erfahrungen gesammelt hat. „Die Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen der Gesellschaft und des Wirtschaftslebens mit der Universität ist unproblematisch.”

Lindqvist ist ein überzeugter Verfechter des Wandels in den Universitäten. „Er läuft eher auf einen Quantensprung als auf eine Neustrukturierung hinaus.” Kuopio hat diesen Sprung gewagt und auf die Biotechnik gesetzt, die die Fachbereiche der Uni synergetisch zu einem forschungsorientierten Gemeinwesen zusammenschweißt.

Mehr Informationen über die Uni Kuopio (auf Englisch)