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Medizinische Technologie steigert Wohlbefinden

Forschung, Produktentwicklung und Dienstleistungen, die die Gesundheit fördern und das Wohlbefinden steigern, sind Sparten, die weltweit rapide Fortschritte machen. Das gilt auch für Tampere, wo sich im Lauf der Jahre ein, auch im internationalen Maßstab, bemerkenswertes Netz von Fachleuten für die Gesundheitspflege und der medizinischen Technologie etabliert hat. Der Umsatz der einschlägigen Unternehmen beläuft sich auf rund 800 Mio. Fmk (134,5 Mio. Euro) und wird bis 2006 schätzungsweise 2,5 Mrd. Fmk (420 Mio. Euro) erreichen.

„Die Branche ist ausgesprochenen international orientiert, die meisten Erzeugnisse der einschlägigen Firmen sind Exportprodukte, und auch die Forschung wird im zunehmenden Maße gemeinsam mit Kooperationspartnern im Ausland durchgeführt”, weiß Matti Eskola, Geschäftsführer von Finn-Medi Tutkimus Oy. Die Firma wurde vor fünf Jahren gegründet, um die Gesundheitspflege, die medizinische Forschung und Kooperation in der Region Tampere zu fördern. Das Unternehmen hilft bei der Realisierung diverser Entwicklungsprojekte und bei der Vermarktung von Produkten und Verfahren.

„Tampere ist ein gedeihliches Umfeld für die Weiterentwicklung der medizinischen Technologie. Bezeichnend dafür ist, daß sich hier auch der Gesundheitspflegesektor, also auch die Kunden, und die Technische Universität daran beteiligen. In Tampere wurden erstmalig in Finnland Diplomingenieure der Medizintechnik ausgebildet. Auch Errungenschaften der Informationstechnologie konnten für die medizinische Technologie genutzt werden”, sagt Eskola.

Image size 2 Kb Versuche ohne Tiere

Die medizinische Forschung und Technologie in Tampere haben hohes Niveau, und die Liste technologischer Neuerungen und aktueller Forschungsprojekte ist lang.

So entwickelt die Universität Tampere ein Projekt für ein neues Verfahren für die Messung der Auswirkungen toxischer Substanzen auf das Auge, das Tierversuche entbehrlich macht. Dies erfolgt heute in der Regel durch Einträufeln der zu untersuchenden Substanz in die Augen eines Kaninchens. Das neue Testverfahren basiert auf Zellkulturen, und künftig kann die Toxizität der Substanz direkt an einer Zelle oder an einem Zellbruchstück getestet werden - Tierversuche entfallen.

Gute Fortschritte macht auch die Entwicklung einer HIV-Impfung, die auf einer langjährigen HIV-Vakzinationsuntersuchung der Universität Tampere basiert. Für die Produktentwicklung und die Markteinführung zeichnet Oy Finnish Immunotechnology Ldt verantwortlich.

Als sehr hilfreich für die medizinische Versorgung in abgelegenen Gebieten erwies sich ein digitales Röntgengerät, das von der Firma IMIX in Tampere entwickelt wurde. Statt Röntgenbilder generiert das Gerät digitale Daten, die sich leicht transportieren lassen. Die digitale Röntgentechnik bietet sich z.B. für die Tele-Medizin an, die es Fachärzten ermöglicht, dank Bildtransfer in Realzeit praktisch jederzeit und überall eine Diagnose zu erstellen.

Technologie verbessert Lebensqualität

Ein selbständiges Leben in der eignen Wohnung verbessert die Lebensqualität von Senioren und Behinderten. Die in Tampere ansässige Firma Pikosystems Oy zählt zu den weltweit bedeutenden Herstellern von umfeldgerechten Geräten für obige Gruppen. Sie hat ein Konzept entwickelt, das mit verschiedenartigen Modulen für jeden Problemfall eine optimale Lösung ermöglicht. So kann für einen gelähmten Rollstuhlpatienten zu Hause ein Umfeld geschaffen werden, in dem er weitgehend selbständig agieren kann: ein Fenster oder die Mikrowelle öffnen, eine Internet-Verbindung herstellen, E-Post benutzen usw.

Eskola verweist auch auf eine Spezialbibliothek der Physiotherapie, die die Firma Physiotools in Tampere erarbeitet hat, und die weltweit großen Zuspruch findet. Die benutzerfreundliche Bibliothek enthält die größte Bildmaterialbank auf dem Gebiet der Rehabilitation. Mit ihrer Hilfe kann ein Physiotherapeut für seinen Patienten rasch ein persönliches Übungsprogramm zusammenstellen. Das Programm kann auch per Video abgespielt werden, so daß ein Patient es zu Hause studieren und die Bilder ausdrucken kann.