Tamperementvolles Medienzentrum
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„Wir stehen heute am Anfang der zweiten Industrialisierungswelle. Die erste vor 150 Jahren bescherte der Stadt ein Fabrikzentrum, das in vieler Hinsicht seiner Zeit voraus war. Was sich heute in Tampere auf dem Gebiet der Informationstechnologie abspielt, ist sicherlich ein ebenso bedeutsamer Prozeß wie die ehemalige Industrialisierung der Stadt”, versichert Jarkko Lumio, Geschäftsführer des Zentrums für Neue Medien in Tampere.

Lumios Darlegungen lassen sich leicht nachvollziehen, denn das Wachstum der Unternehmen in der Branche Informations- und Informationstechnologie war in der Region Tampere atemberaubend. Vor zehn Jahren noch Neuland, bietet die Branche heute über 13 000 Personen Brot und Arbeit, und jährlich kommen 1000 neue Arbeitsplätze hinzu. „Bedeutsam ist, daß das Schwergewicht sowohl in großen als auch kleinen Firmen auf Planung, Forschung und Produktentwicklung liegt. Das Wachstum steht erst am Anfang. Zwar strömen hierhin ständig neue Arbeitskräfte, trotzdem ist der Mangel an kompetenten Branchenprofis eklatant”, legt Lumio dar.

Alle profitieren von den neuen Netzdiensten

Das Zentrum für Neue Medien, das 1999 den Betrieb aufnahm, ist ein Kooperationsprojekt der Stadt, der Universität Tampere und vier großer Unternehmen der Informationsbranche. Es fungiert als ein Kompetenzzentrum, das einschlägige Firmen zu Kooperationsprojekten ermuntert.

„Es wird im Grunde eine Vernetzung und ein Technologietransfer von den Hochschulen zu den Unternehmen angestrebt. Das soll zur Gründung neuer Firmen führen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen”, führt Lumio aus. Zu den Aufgaben des Zentrums gehört auch die Weiterentwicklung internationaler Verbindungen durch die Heranziehung von Kooperationspartnern.

Der Schwerpunkt liegt auf den Aufbau neuartiger Netzdienste - ein weites Feld. „Bis auf weiteres sind keine Grenzen für die technologische Entwicklung in Sicht. Das muß erst die Zukunft zeigen. Und die Zukunft ist nie das, was wir uns heute darunter vorstellen. Einige Elemente werden künftig große Bedeutung erlangen, über andere werden wir sicher im nachhinein lachen”, prophezeit Lumio.

Laut Lumio wird die Informations- und Kommunikationstechnologie Dienstleistungen mit sich bringen, von denen wir alle profitieren. „So spielt die neue Technologie eine bedeutende soziale Rolle bei der Altenbetreuung. In Zukunft wird die Gesellschaft sich entschieden intensiver um die Alten kümmern können. Sie werden zu Hause wohnen bleiben, weil man dann bestimmte Dienstleistungen via Netzanschluß direkt ins Haus holen kann”, beteuert Lumio.

Neue Kommunikationstechnik in alten Fabrikhallen

Image size 28 Kb Das Zentrum für Neue Medien steht auf einem Areal im Stadtzentrum, das gute Aussichten hat, sich zu einem Silicon Valley Tamperes zu mausern. Im Schatten der kulturhistorisch wertvollen Fabrikgebäude von Finlayson hat sich bereits ein beachtlicher Kluster von IT-Firmen angesiedelt. Wenn die alten Fabrikimmobilien bis zum Ende des Jahrtausends restauriert sind, können sie rund 200 Unternehmen aufnehmen.

Das traditionelle Umfeld setzt für Medienunternehmen in Tampere Maßstäbe. Die 1820 gegründete Baumwollfabrik Finlayson war seinerzeit ein Großunternehmen und ein Pionier der finnischen industriellen Revolution. Finlayson adaptierte rasch neue, aber anderweitig entwickelte Technologien. Die jetzigen Firmen auf dem ehemaligen Fabrikgelände erfinden hingegen selbst neueste Spitzentechnologien - als erste in Finnland und manchmal auch global.