Anmausen des Bildes wechselt die Jahreszeit
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Suomenlinna
Bollwerk zwischen Ost und West
Zu der direkt vor Helsinki liegenden Insel Suomenlinna gelangt man bequem mit einer Fähre, die vom Marktplatz ablegt. Von dem quirligen Markt bringt die Fähre den Besucher, begleitet von kreischenden Möwen, in einer Viertelstunde auf die alte ruhige Festungsinsel Suomenlinna. Die Festung konnte 1998 ihr 250. Jubiläum feiern.

Images 10 Kb Auf Suomenlinna leben rund 900 Menschen, doch im Sommer strömen Tausende von Touristen auf die Insel. Auf Suomenlinna gibt es mehrere Museen, die Insel ist im Grunde ein riesiges militär-architektonisches Freilichtmuseum. Sie ist überdies mit ihren vielen Handarbeitswerkstätten, Cafés, Restaurants, einem Besucherzentrum und sogar einer eigenen Brauerei ein lohnendes Besuchsziel.

Mit dem Bau des Bollwerks gegen Rußland wurde im 18. Jahrhundert begonnen, als Finnland noch zum Schwedischen Reich gehörte. Die Bauarbeiten leitete Oberstleutnant Augustin Ehrensvärd, ein gewiefter Politiker, versierter Organisator und Festungskonstrukteur. Als er im Januar 1748 in Finnland eintraf, brachte er einen einzigen Grundriß mit. Sodann machten sich tausend Rottensoldaten ans Werk und erbauten Wälle, Befestigungen, Häuser und eine große Werft. Die hektischste Bauphase dauerte 40 Jahre.

Viapori, wie die Insel damals hieß, war das riesigste Bauprojekt, das das Schwedische Reich je in Angriff genommen hatte. Die Festung wuchs sich schließlich zu einer Stadt mit 4800 Einwohnern aus, größer als Helsinki auf dem Festland. Die Festung mauserte sich zu einem kulturellen Vorposten und Richtungsweiser. Die neueste Mode aus Europa erreichte zuerst Viapori, bevor sie sich im übrigen Finnland verbreitete. In Offzierskreisen wurden die bildenden Künste, Musik und das Theater gepflegt. Die privaten Büchereien waren gediegen, und die zahlreichen Empfänge und Bälle waren ohne stimmungsvolle Musik undenkbar. Sogar bei der Planung der Parks und Lustgärten in Viapori wurde ihre Eignung für Lustbarkeiten aller Art berücksichtigt, Geheimbünde spielten im Vergnügungsleben der Insel eine große Rolle.

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Das Jahr 1808 stellte in der Geschichte von Viapori eine Zäsur dar: Die Russen griffen Helsinki an und umzingelten Viapori. Obgleich die Schweden eindeutig über eine militärische Übermacht verfügten, ergab sich der Stützpunkt nahezu kampflos. Die Gründe für die Kapitulation liegen noch immer im dunklen. So kam es, daß das einstige Bollwerk gegen den Osten zu einer Festung gegen den Westen wurde. Die Russen herrschten 110 Jahre in Viapori.

Unter der russischen Herrschaft hatte Viapori während des Krimkriegs seine schlimmste Feuerprobe zu bestehen. 1855 bombardierten die englische und französische Flotte zwei Tage lang pausenlos die Festung. Über 1 000 Tonnen Munition wurde verfeuert.

Nachdem Finnland 1917 seine Unabhängigkeit erringen konnte, wurde Viapori ein Jahr darauf in Suomenlinna (Festung von Finnland) umbenannt. Image size 2 Kb Die ersten Jahre waren kein Ruhmesblatt, denn nun wurde die Festung als Gefangenenlager für die im Bürgerkrieg unterlegenen 'Roten' benutzt. Danach fungierte die Insel bis 1973, als sie unter zivile Verwaltung gestellt wurde, als Garnisionsstandort. 1991 wurde Suomenlinna von der Unesco in das Verzeichnis des Weltkulturerbes aufgenommen.

Geschichte der Festung Suomenlinna
Mehr über Suomenlinna [auf Englisch]