Image size 14 Kb Saubere Infrastruktur

Auf die alltägliche Lebensqualität und Umwelt einer Stadt wirken sich drei Faktoren entscheidend aus: Verkehr, Energieversorgung und sauberes Trinkwasser. Helsinki zählt in allen drei Punkten international zur Spitze.

Grünes Licht für öffentliche Verkehrsmittel

Die Stadt setzt auf eine Verkehrspolitik, die dem öffentlichen Verkehr eine bevorzugte Stellung einräumt. Über 90 Prozent der Helsinkiern stehen hinter diesem Konzept, und nahezu 80 Prozent sind mit dem Serviceniveau zufrieden. Der öffentliche Verkehr ist flächendeckend. Der Schienenverkehr - Straßenbahnen und U-Bahn - und Busse teilen sich das Fahrgastaufkommen jeweils zur Hälfte.

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Die U-Bahn, die in Helsinki als Metro firmiert, nahm 1982 mit Zügen aus finnischer Fertigung den Betrieb auf. Die neuesten Teilstrecken wurden 1998 fertiggestellt. Öffentliche Verkehrsmittel, insbesondere der Schienenverkehr, sind bekanntlich wesentlich umweltverträglicher als Privatautos. Die städtischen Verkehrsbetriebe haben einen detaillierten Energiesparplan erarbeitet, mit dem Umweltbelastungen reduziert werden sollen.

In einer zunehmend motorisierten Gesellschaft machen sich die Verkehrsprobleme der Stadt, die auf einer engen Landzunge erbaut wurde, gleichwohl bemerkbar. So beklagen sich Autofahrer über fehlende Parkplätze im Stadtzentrum. Dies ist auch ein Grund dafür, daß 29 Prozent aller Fahrten und gar 39 Prozent des Berufsverkehrs im Großraum Helsinki mit öffentlichen Verkehrsmitteln, teils auch mit der Eisenbahn zurückgelegt werden. Im internationalen Vergleich ist dies ein hoher Anteil.

Umweltpreis für Energieproduktion

In Helsinki werden Elektrizität und Wärme im Verbund erzeugt. Dabei wird weniger Brennstoff benötigt als bei separatem Kraftwerkbetrieb, und verminderte Schadstoffemissionen entweichen umweltschonend durch die hohen Schlote der Kraftwerke. Die Stadt hat seit den 50er Jahren zielstrebig ein Fernwärmenetz aufgebaut, an das über 90 Prozent aller Gebäude angeschlossen sind. Die auf Kraft-Wärme-Kopplung basierende Fernheizung wurden mit dem Umweltpreis der Vereinigten Nationen ausgezeichnet. Modifikationen des finnischen Modells wurden nach Korea, China, Japan, Kanada, England, Rußland und nach vielen anderen Ländern ausgeführt. Die Schadstoffemissionen der Energieversorgung von Helsinki liegen unter den internationalen Emissionswerten - dank neuester Technologie, hochwertiger Steinkohle und vermehrten Einsatz von Erdgas.

Sauberes Trinkwasser

Die Wasserversorgungsanlagen stellen für rund eine Million Bewohner des Großraums Helsinki Trink- und Brauchwasser bereit: Wasserentnahme, Aufbereitung und Einspeisung in das Röhrennetz sowie die Klärung von Abwässern. Das Trinkwasser der Hauptstadt wird in 26 Meter Tiefe dem weitläufigen See Päijänne entnommen. Es wird durch einen 120 km langen Tunnel, der in zig Meter Tiefe verschmutzungssicher durch das Grundgebirge verläuft, nach Helsinki geleitet. Das Wasser ist von hervorragender Qualität - sie liegt eindeutig über den EU-Normen -, und ist in ausreichender Menge vorhanden. Helsinki verbraucht nur ein Hundertstel der Durchflußmenge des Päijänne. Die Wasserqualität konnte in den letzten Jahren weiter verbessert werden, als die Aufbereitungsanlagen mit Aktivkohlefilter ausgerüstet wurden.

Die Abwässer werden durch ein 1000 km langes Kanalisationsnetz in eine weitgehend automatisierte, effektive Kläranlage eingespeist. Die Kläranlage wurde tief in das Grundgebirge eingelassen. Die bei der Klärung anfallenden Faulschlammgase liefern die gesamte Heizenergie und zwei Drittel der Elektroenergie der Kläranlage. Der Faulschlamm wird kompostiert und zu Produkten für die Landwirtschaft und den Gartenbau weiterverarbeitet. So kehren die Nährstoffe in den Kreislauf der Natur zurück. Die geklärten Abwässer werden durch einen Tunnel acht Kilometer vor Helsinki in das offene Meer geleitet. Die Qualität der Ufergewässer der Stadt hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten nachhaltig verbessert.

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Detailierte Beschreibung der Wasserversorgung von Helsinki
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