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Helsinki hat sich schon oft als umsichtiger Gastgeber bedeutender internationaler Veranstaltungen bewährt. Wichtige Voraussetzung für Großveranstaltungen von Gipfelkonferenzen bis zu Mega-Sportevents sind bombenfeste Sicherheitsvorkehrungen. Zu den Berufsanforderungen Helsinkier Polizisten gehört u.a. sicherzustellen, daß Großveranstaltungen möglichst wenig in das alltägliche Leben der Stadt eingreifen. So werden Straßen erst in den letzten Minuten für einen Prominenz signalisierenden Konvoi schwarzer Limousinen abgesperrt, damit sich keine Staus bilden.

Verglichen mit vielen anderen europäischen Ländern ist Finnland ein ausgesprochen sicheres Land. Dennoch werden hierzulande weniger Polizisten benötigt: nur einer pro 773 Einwohner (Deutschland einer pro 281 Einwohner, England 372, Italien 191). Als ein Sicherheitskriterium darf gelten, daß in Finnland Kinder auf dem Weg zur Schule keinen Begleiter benötigen. Mütter können während des Einkaufens ihr Baby im Kinderwagen unbesorgt vor dem Geschäft parken.

Paavo Koskela, Polizeipräsident von Helsinki, meint, daß allein die Lage Helsinkis schon zur Sicherheit der Stadt beiträgt. „Alle neuen Verbrechensformen aus dem Westen breiten sich hier mit einer kurzen Verzögerung aus. Das erleichtert die Polizeiarbeit ungemein, weil wir uns darauf einstellen können. Und da die Stadt klein ist und alles Neue rasch auffällt, haben es extreme Bewegungen schwer, sich bei uns einzunisten. Offene Grenzen begünstigen natürlich ein Überschwappen der Kriminalität. Die Zusammenarbeit der europäischen Polizeiapparate ist gleichwohl effektiv, und die Kommunikation untereinander wird u.a. durch gemeinsame Datennetze gefördert.”

Dem Polizeichef fällt nach kurzem Nachdenken nicht ein Ort in Helsinki ein, den ein normaler Tourist nicht aufsuchen könnte. „Natürlich muß man vorsichtig sein, auf seine Habe aufpassen und Wohnung und Auto zusperren. Auch in Helsinki gibt es schon professionelle Einbrecher”, merkt Koskela an.

Die Wertschätzung und das Vertrauen, das der Polizei entgegengebracht wird, ist in Finnland nachweislich hoch. Koskela lobt denn auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Polizei und die fairen Spielregeln, die bislang auch zwischen Kriminellen und der Polizei geherrscht haben. „Die Arbeit der Polizei kann nur gelingen, wenn das Publikum hinter ihr steht. Und das ist nur dann der Fall, wenn die Polizei unparteiisch, versiert und hilfswillig ihren Dienst tut”, erläutert Koskela. Als Beispiel führt er an, daß in Finnland praktisch alle Fälle von Gewaltkriminalität aufgeklärt werden - dank wertvoller Mithilfe der Bürger.

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Die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Publikum wird in Helsinki von dem Kontaktbereichdienst unterstützt, eine Form der Verbrechensprophylaxe. Finnland ist in dieser Hinsicht weltweit führend. Das Stadtgebiet wurde in 37 Kontaktbereichdistrikte unterteilt, für den jeweils ein Kontakbereichbeamter zuständig ist, der mit den Bewohnern der Wohngegend im ständigen Kontakt steht.

Der Kontaktbereichdienst hat die Bürger zu Sicherheitsinitiativen zwecks Hebung der Wohnqualität ermuntert. Dank der Kooperation konnte die Polizei speziell in den Gegenden Maßnahmen einleiten, in denen die Bewohner Probleme gemeldet hatten. Als ein wichtiges Verbindungsglied zwischen Kontaktbereichpolizisten und Bürger haben sich auch die Internetseiten der Polizei erwiesen.

„Sicherheit ist einer der wichtigsten Faktoren für Lebensqualität. Ein sicheres Wohngebiet wirkt sich auf vielerlei aus: Die Leute ziehen gern hierher und kommen gern zu Besuch, die Hotels füllen sich, und das Geschäft brummt”, weiß Koskela.

Themabezogener Link: Homepage of the Finnish Police