Sicher, sauber, effektiv
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Die finnische Hauptstadt ist gerüstet, innerhalb von anderthalb Jahren bei zwei bedeutsamen Ereignissen den Gastgeber zu spielen: für die EU-Präsidentschaft 1999 und als eine der Europäischen Kulturstädte des Jahres 2000; im gleichen Jahr wird Helsinki 450 Jahre alt. Die Stadt hat sich bereits wiederholt als erfahrener und zuverlässiger Organisator von Kongressen, Tagungen und Sportveranstaltungen Meriten erworben. Oberbürgermeisterin Eva-Riitta Siitonen ist angesichts der neuen Herausforderungen hoch motiviert und voller Energie. Sie ist rundum stolz auf ihre Stadt.

„Wenn Helsinki während des EU-Gipfeltreffens im Scheinwerferlicht der Welt steht, dann können wir uns sicherlich sehen lassen. Man hat uns bisweilen gerügt, daß wir uns etwas zu gründlich vorbereitet haben. Finnen nehmen halt ihre Aufgaben ernst und geben ihr Bestes. Als Gastgeberstadt möchten wir Konferenzen ein möglichst freundliches und funktionelles Ambiente bieten. Es ist ein glücklicher Zufall, daß diese Veranstaltungen innerhalb einer so kurzen Zeit anfallen. Die Projekte unterstützen einander und machen den Einsatz größerer Ressourcen sinnvoll.”

Dies eröffnet eine neue Sicht auf die Stadt. Helsinki liegt innerhalb eines Radius einer eintägigen Autofahrt mitten in einem Markt von 80 Millionen Menschen. Auf der Landkarte macht die Oberbürgermeisterin Helsinki gar als das Zentrum Nordeuropas aus.

„Allein im Großraum Helsinki sind schon fast hundert kleinere Unternehmen ansässig, die in St. Petersburg, in Moskau und in den baltischen Ländern operieren. Dies setzt ein Studium und profunde Kenntnisse der lokalen Gegebenheiten voraus. Die Stadt hat stark in den Ausbildungssektor investiert.”, erklärt Eva-Riitta Siitonen. „Logistische Verbindungen sind denn auch einer der Trümpfe Helsinkis. Von Asien kommend ist Helsinki die erste europäische Stadt, von der man ausgezeichnete Verbindungen nach allen Himmelsrichtungen hat. In der Europäischen Union ist man sich der Bedeutung Finnlands und seiner Hauptstadt aufgrund ihrer Position zwischen den gewaltigen Energieressourcen Rußland und den mitteleuropäischen Märkten bewußt. Die Stadt möchte die aufgrund ihrer geographischen Position an sie gestellten Aufgaben optimal erfüllen.”

Der Verkehr ist in vielen großen Städten das Problem Nummer eins. Helsinki hat allen Grund, auf sein öffentliches Verkehrsnetz stolz zu sein. In den Stoßzeiten benutzen über 80 Prozent der Bewohner ein öffentliches Verkehrsmittel.

„Helsinki weist nach Manhattan in New York vermutlich den höchsten Nutzungsgrad von öffentlichen Verkehrsmitteln auf”, lobt die Oberbürgermeisterin. „Man hat den Helsinkier die öffentlichen Verkehrsmittel nicht aufdrängen müssen, sondern sie hineingelockt. Sie bilden eine solide und preiswerte Alternative, die die Stadt kräftig unterstützt. Das wirkt sich auch auf die Sauberkeit der Umwelt aus: So hat die U-Bahn nur einen Abluftschacht anstatt Hunderttausende von Autoauspüffen.”

Die Stadt kann sich zudem mit einer niedrigen Kriminalitätsrate brüsten. Die Oberbürgermeisterin führt dafür ein bezeichnendes Beispiel an. Als sie mit ausländischen Gästen in der Stadt bummelte, kam ihr die damalige Außenministerin und heutige Staatspräsidentin Tarja Halonen samt Einkaufstasche entgegen. „Dort geht unsere Außenministerin einkaufen.” - Allgemeine Verblüffung. Die Außenministerin? Allein? Zu Fuß? Ins Geschäft? - „Aber doch, in Helsinki kann sich ein Minister so unbesorgt bewegen wie jeder andere Bürger auch.”