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Die russischen Megastars Maja Plisetskaja und Walerij Gergijew sind in Mikkeli vertraute Gäste. Jetzt soll die Stadt auch zu einem Brennpunkt des Rußlandhandels werden.

1997 nahm in Mikkeli das Servicezentrum für den Rußlandhandel seine Tätigkeit auf. Initiatoren des ambitionierten Projekts waren die Handelskammer Mikkeli, regionale Unternehmen und lokale Hochschulen. Sie wollten bessere Voraussetzungen für Unternehmen schaffen, die auf den Märkten Rußlands und vornehmlich in der Region St. Petersburg Fuß fassen wollen. St. Petersburg ist nur fünf Autostunden von Mikkeli entfernt, und wenn man morgens mit Bahn abfährt, ist man mittags schon am Ziel.

„Die schon existierende Zusammenarbeit mit Rußland auf den Gebieten der Kultur und Ausbildung bildet ein solides Fundament, das sich auch für wirtschaftliche Aktivitäten anbot. Mikkeli möchte seine Pionierstellung auch auf diesem Gebiet behalten”, erklärt Markku Kakriainen, Geschäftsführer der Handelskammer Mikkeli.

Beratung bei Exportproblemen

„In unserem Landbezirk gibt es überraschend viele kleine und mittelgroße Unternehmen, die auch in Rußland aktiv sind. Unter ihnen befinden sich Betriebe der Energie- und Umwelttechnologie-Branche, aber auch Lebensmittelhändler. Das Servicezentrum unterstützt Unternehmen bei der Ausweitung ihrer Exporte nach Rußland und hilft exportwilligen Betrieben beim Start”, sagt Kakriainen.

„Der Rußlandhandel ist mit mancherlei Problemen behaftet, die Fachwissen und Know-how voraussetzen. Die Unterschiede in Kultur und Gesetzgebung, die sich ständig ändernden Konstellationen, der Umgang mit den Behörden, verzwickte Zahlungsmodalitäten und viele andere Faktoren sind, insbesondere für angehende Exportfirmen, höchst kompliziert. Es mangelt an fremdsprachlichen und kompetentem Personal, das sich die Betriebe im Anfangsstadium oft nicht leisten können. Bei solchen Problemen kommt das Servicezentrum für Rußlandhandel den Betrieben zur Hilfe”, erläutert Kakriainen.

Kooperationspartner des Projekts sind das KMU-Zentrum in Mikkeli (eine Zweigstelle der Wirtschaftsuniversität Helsinki) und die Fachhochschule Mikkeli. Beide Lehranstalten haben schon jahrelang mit Wirtschafts- und Technischen Universitäten in St. Petersburg zusammengearbeitet und unterhalten dort eigene Ableger. Die Fachhochschule führt gemeinsam mit Unternehmen Ausbildungs-, Forschungs- und Unternehmenserviceprojekte durch. Eine der Zielvorgaben ist es, speziell auf den russischen Markt zugeschnittene Produkte zu entwickeln.

„Die Dienstleistungen für den Rußlandhandel gehen von den Voraussetzungen der beteiligten Unternehmen aus. Das Zentrum bieten Unternehmen auch Beratung und Consulting und kann in ihrem Namen tätig werden. Dies kann indessen eine firmeneigene Marketingorganisation nicht ersetzen”, schränkt Kakriainen ein.

„Im Rußlandhandel ist die Bezahlung, die auch in Waren erfolgen kann, oft ein Problem. Eine Aufgabe des Zentrums ist es, Käufer und Vermittler für als Bezahlung erhaltene Warenposten zu finden. Das Zentrum steht auch russischen Firmen zur Verfügung, die Geschäftsverbindungen im EU-Raum anknüpfen möchten”, ergänzt Kakriainen.