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Bio-Lebensmittel - Natur pur
Immer mehr Verbraucher sind bereit, für ökologisch angebaute Lebensmittel einen etwas höheren Preis zu zahlen. Der umweltbewußte Konsument möchte mit seiner Wahl sein eigenes Wohlbefinden heben und zugleich die Umwelt schonen.

In kurzer Zeit hat Finnland beim ökologischen Landbau einen europäischen Spitzenplatz errungen. Rund fünf Prozent der Anbauflächen werden ökologisch bewirtschaftet. Dabei gibt es regionale Konzentrationen, eine von ihnen ist Mikkelis Nachbargemeinde Juva, in der 10 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen Bio-Felder sind.

Forscher und Landwirte ziehen an einem Strang

Beim ökologischen Landbau werden keinerlei leichtlösliche Düngemittel oder chemische Biozide eingesetzt. Regenerierbare Energie wird möglichst effektiv genutzt, und pflanzliche Nährstoffe werden recycelt. Bei der Aufzucht von Haustieren berücksichtigt der Bio-Bauer deren artenspezifische Bedürfnisse und Verhaltensweisen. Angestrebt wird, hochwertige, gesunde und nahrhafte Produkte zu erzeugen, die Umwelt zu schützen und auf lange Sicht für die Fruchtbarkeit der Böden zu sorgen.

In Juva wurde eine Forschungsstation für ökologischen Anbau eingerichtet, deren Forscher mit Beratern und Landwirten zusammenarbeiten. Im Vordergrund stehen Projekte, die Auskunft auf aktuelle Fragen geben.

„Einem Bio-Bauern wird viel Fachwissen abverlangt. Er muß sein Land durch und durch kennen und langfristig denken können. Die Unterschiede zwischen einzelnen Höfen sich beträchtlich: Warum erzielt der eine Gemüsebauer Spitzenernten und der andere nicht, obwohl die Voraussetzungen die gleichen zu sein scheinen? Die Forschung kann Landwirten enorm weiterhelfen, wir streben einen konstruktiven Dialog an”, versichert Forscher Petri Leinonen.

Gleichgewicht des Schreckens

„Auf ökologischen Anbauflächen sind die Nährstoffausträge pro Flächeneinheit um die Hälfte geringer als in der gängigen Landwirtschaft. Ein Bio-Bauer bestellt seine Felder mit natürlichen Methoden. Die Felder müssen in einen so guten Zustand gebracht werden, daß sich weitere Pflege erübrigt. Wir entwickeln Anbaumethoden, die die Erträge maximieren und die Austräge minimieren. Die Ernte eines Bio-Bauern beträgt rund Zweidrittel von den Erträgen, die ein konventioneller Hof abwirft. Bei der Viehhaltung ist die Einbuße beim Übergang zur Öko-Wirtschaft am geringsten”, erläutert Leinonen.

„Auf den Feldern muß ein Gleichgewicht des Schreckens herrschen: Wenn Schädlinge und deren natürliche Feinde in einem adäquaten Verhältnis vorkommen, machen sie sich gegenseitig den Garaus. Der lange Winter in Finnland ist hinsichtlich der Pflanzenschädlinge und -krankheiten ein großer Vorzug, der viele Probleme erledigt”. Insbesondere beim Anbau von Bio-Rapspflanzen hat sich dieses Gleichgewicht gut eingependelt, und Leinonen prophezeit diesen Produkten einen glänzenden Absatz auf den Weltmärkten.

Bio-Knäckebrot und -lakritze für den Export

Bis auf weiteres haben die Binnenmärkte alle einheimischen Bio-Lebensmittel aufgenommen, die Nachfrage übersteigt gar das Angebot. Der Export von Bio- Produkten steckt noch in den Kinderschuhen.

„Am meisten wurden Getreideprodukte ausgeführt. Auch Bio-Knäckebrot fand in Dänemark und Deutschland viel Anklang. Insbesondere Landwirte, die schon seit langem ihren Hof ökologisch bewirtschaften, sind darauf erpicht, den Veredlungsgrad anzuheben und Fertigprodukte zu verkaufen. Rapsöl konnte bis zu einem gewissen Grad abgesetzt werden und auch Lakritze”, weiß Pekka Terhemaa, der Geschäftsführer des Verbandes ökologischer Landbau

Laut Terhemaa haben sich in Finnland im ökologischen Landbau noch keine Schwerpunktgebiete herausgebildet, dafür ist die Branche noch zu jung. Im Inland lassen sich am besten frisches Gemüse, Kartoffeln und Getreide verkaufen. Nach Einschätzung Terhemaas ist Bio-Zucker ein vielversprechendes Produkt . „Da wir bereits mit Bio-Gemüse und Beeren dienen können, böte sich Bio-Zucker, nach dem große Nachfrage besteht, für die Weiterveredlung an”, findet Leinonen.