Einzigartige Seenlandschaften
 
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Der Raum Mikkeli und die Nachbargemeinden der Stadt bieten sich für verschiedenartige Erlebnisreisen an. In alten romantischen Herrenhäuser, nur einen Steinwurf von der Stadt entfernt, kann man oft auch delikat speisen, z.B. Wildbret aus den umliegenden Wäldern. Wer Wert auf die Stille der Natur legt, ist mit einem Ferienhaus am Seeufer gut beraten, wo man - beim Rauschen des Windes und Plätschern der Wellen - auf den Komfort des urbanen Lebens nicht zu verzichten braucht. Der größte See Finnlands, der Saimaa, lädt mit seinem sauberen Wasser und zahllosen Eilanden zu Angel- und/oder Kanutouren ein. Auch die beeindruckenden steinzeitlichen Felsmalereien und eisenzeitlichen Fundstätten sind einen Abstecher wert.

Souvenirs von einem alten Pfarrhof

Fast im Stadtzentrum von Mikkeli, am Ufer des Saimaasees, steht der größte finnische Pfarrhof aus Holz - Kenkävero. Der Mitte des vergangenen Jahrhunderts erbaute Pfarrhof erstand nach einer Restaurierung im neuen Glanz und hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem beliebten Besuchsziel gemausert. Die Speicher und den alten Viehstall auf dem Hof hat der Handarbeits- und Kunstgewerbeverein von Mikkeli mit Beschlag belegt. Hier bieten über 200 Kunsthandwerker hochwertige Handarbeiten an. In den Werkstätten kann man den Fortgang der Arbeiten verfolgen oder, in der Töpferei oder Schreinerwerkstatt, selbst Hand anlegen. In der angegliederten Galerie sind rund ums Jahr wechselnde Ausstellung zu besichtigen.

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Im Restaurant des Hauptgebäudes halten die Frauen der Martta-Organisation die Tradition gastfreundlicher Bewirtung hoch, für die finnische Pfarrhöfe einst bekannt waren. Der Garten des Pfarrhofs wurde quadratisch angelegt und umfaßt einen Mustergarten mit Hunderten von Kräutern. Der Bio-Garten fungiert auch als Beratungsstüzpunkt, denn auf den ökologischen Gartenbau werden große Hoffnungen bei der Entwicklung neuer ländlicher Erwerbszweige gesetzt.  

Schlemmen in einem alten Gutshof

Der Gutshof Tertti, wenige Kilometer östlich von Mikkeli, war schon im 17. Jahrhundert ein bekanntes Lehngut. Sein heutiges Äußeres erhielt das Hauptgebäude des Guts Ende des 19. Jahrhunderts, als es in den Besitz der Familie Pylkkänen überging. Matti Pylkkänen betreibt, gemeinsam mit seiner Frau Pepita, das Haus seit zwanzig Jahren als Hotel. Eine gediegene, altmodische Atmosphäre umfängt den Besucher schon beim Eintritt. Wenn man auf der Veranda einen hauseigenen Erdbeerensaft trinkt und die weitläufige Seenlandschaft betrachtet, stellt sich zwangsläufig eine Vorstellung von dem Leben auf dem Gut vor hundert Jahren ein.

Dieser Eindruck wird von dem liebevoll konservierten Hofmilieu und den originalen alten Möbeln im Gutshaus noch verstärkt. Und natürlich von der gastfreundlichen Atmosphäre, die die Wirtsleute ausstrahlen.

Image size 7 Kb „Es macht uns Freude, Gäste zu empfangen und sie zu verwöhnen”, versichert Pepita Pylkkänen.

Der Gutshof Tertti hat sich vor allem aufgrund seines köstlichen Büfetts einen Namen gemacht. In der Küche werden reichlich Rohstoffe aus eigener Produktion verwendet: Beeren, Kräuter, Fisch und Wild. Was die eigene Landwirtschaft nicht hergibt, wird auf anderen Höfen zugekauft. „Wir bereiten Speisen nach alten überlieferten Rezepten des Gutshofes zu, passen sie aber an den heutigen Geschmack an. Da gibt es viele Gerichte, die bei großen Familienfesten seit jeher aufgetischt werden. Vor allem Wild ist unsere Spezialität, Elch und Fasan kommen bei uns oft auf den Tisch”, erläutert Pepita Pylkkänen.

Die Fremdenzimmer des Gutshofs sind für eine kleine Schar von Gästen ausgelegt, aber desto anheimelnder. Die komfortablen Zimmer befinden sich in alten Speichern aus Blockbohlen. Der Garten des Gutshauses verströmt den Duft von Kräutern, der Rosengarten und Steingarten verheißen Stille und Einkehr.

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Beerenstarke Tropfen

Wenn man südlich von Mikkeli eine Weile durch die bewaldete Berglandschaft fährt, ist man auf dem besten Weg zu einem der größten finnischen Weingüter. Statt aus Rebensaft wird hier allerdings Wein aus Beeren produziert - ein beerenstarker Tropfen!

„Reisende aus den europäischen Weinländern begreifen schnell, daß wir Beerenweine destillieren. Ihnen sagt vor allem das würzige Aroma und die Reinheit unserer Beeren zu. Nach mitteleuropäischer Klassifizierung handelt es sich um Bio-Weine, Pflanzenschutzmittel werden nur minimal verwendet”, klärt uns Sirpa Villanen, die Hausherrin des Weinguts, auf.

Auf dem Weingut Ollimäki werden neben Weinen auch Liköre und Beerenbranntweine produziert. Die Gesamtkapazität beträgt 40 000 Liter, Tendenz steigend. Rohstoffe sind rote und schwarze Johannisbeeren und Äpfel aus eigenem Anbau sowie wild wachsende Preiselbeeren und Blaubeeren. Zu den Unerfindlichkeiten der finnischen Alkoholgesetzgebung gehört, daß das Gut Weine werktags, aber nichts sonntags verkaufen darf, während Liköre und Beerenbranntwein stets durch die staatlichen Alkoholgesellschaft Alko bezogen werden können. Immerhin: Alle Produkte dürfen vor Ort gekostet werden.
 

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Freizeitaktivitäten am See

Von dem Weingut führt die Straße weiter nach Süden durch dichte Wälder und eine Strecke lang am reizvollen Saimaa-Ufer entlang. In Sahanlahti angekommen, geleiten die liebenswürdigen Wirtsleute Aira und Jorma Kiuru ihre Gäste sogleich zum Tisch mit der Frühstück-Spezialität des Hauses: „Nachtgrütze” - Gerstengraupengrütze, der die ganze Nacht über im Ofen gezogen hat.

Die Familie Kiuru hat in 13jähriger Arbeit in Sahanlahti eine Freizeitanlage aufgebaut: ein Restaurant, komfortabel ausgestattete Ferienhäuschen, ein Gästehafen und Caravan-Stellplätze. Sahanlahti liegt an einem bildschönen Ort am Saimaa-Ufer, und die Gebäude wurden so meisterhaft in die sie umgebende Natur eingebettet, daß jedermann den Frieden der Natur genießen kann. „Wir haben nach Möglichkeit die Umwelt nicht nur landschaftliche Aspekte einbezogen. Wir nehmen seit langem an einem touristischen Projekt für eine ökölogisch nachhaltige Entwicklung teil. Der Energieverbrauch wurde reduziert, im Restaurant wurde auf Einwegverpackungen verzichtet, und Abfälle werden kompostiert”, listet Aira Kiuru auf.

Die Kiurus halten für ihre Gäste eine breite Palette von Freizeitaktivitäten bereit, falls jemand Lust auf Abwechslung vom beschaulichen Ferienhausleben verspürt. Die Ruderboote am Ufer sind frei verfügbar. Sahanlahti ist Ausgangspunkt von markierten Kanurouten, Fischfanggenehmigungen, z.B. zum Schleppangeln, sind vor Ort erhältlich, und es können auch Fahrten mit einem Kirchboot samt Proviant arrangiert werden. Ein Tennis- und Badmintonplatz ist vorhanden, und waghalsige Urlauber können sich auf die Abenteuerbahn wagen, die Jorma Kiuru gemeinsam mit einem Sachverständigen angelegt hat. Danach ist allemal eine echte finnische Rauchsauna angebracht. Im Winter reicht das Spektrum von Motorschlittenfahrten bis zum Skilanglauf.