Der Teermeiler von Lentiira

 

 

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Die Kienstubben und das harzige Kiefernholz wurde in 70 cm lange Stücke klein gehackt und von Hand zu einem Gebilde eingeschichtet, das nach Fertigstellung an einen runden Brotlaib erinnert. Das Einschichten muss passgenau erfolgen, zwischen den Holzstücken dürfen kaum Zwischenräume bleiben.


 

 

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Für den riesigen Teergrubenmeiler in Lentiira wurden über 1000 Kubikmeter Holz verfeuert. Der beste Teer wird aus harzigem Holz, vornehmlich Kiefer gewonnen. Die Teergrube hat einen Durchmesser von 23 Metern und bildet einen Trichter, dessen Auffanggefäß in ein paar Metern Tiefe liegt. Der Teer fließt über Rohre auf dem Grubenboden ab.


 

 

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Der Grubenmeiler wurde von zig Leuten von den Rändern her gleichzeitig angezündet und zwar so, dass er durchgängig zu schwelen begann, in diesem Fall auf eine Länge von 73 Metern. Wenn das Holz brennt, werden die Grassoden bis über die Ränder gewendet, und das Holz beginnt in dem nahezu sauerstofffreien Zustand zu schwelen. Während des Abbrands schrumpft der Meiler, der Teer rinnt in das Auffanggefäß und fließt durch Rohre ab.


 

 

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Das Anzünden des Grubenmeilers in Lentiira wurde mit einem Teertanz gefeiert.


 

 

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Im August werden die Nächte auch im nordöstlichen Lentiira schon dunkler. Der weltgrößte Grubenmeiler glüht in der nordischen Nacht wie ein ortsfremder Vulkan.


 

 

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Der Schwelbrand setzt enorm viel Rauch frei. Der Meiler muss tags und nachts überwacht werden, um aufflammende Brandherde zu ersticken. Während des Abbrands wird die Sodendecke mit Holzhämmern festgeklopft, damit möglichst wenig Sauerstoff in den Meiler eindringen kann. Verkohlte Soden werden durch neue ersetzt.


 

 

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Als Zugeständnis an die Neuzeit wurden in Lentiira statt der herkömmlichen Holzrohre Abflussrohre aus Stahl verwendet. Die Rohre waren freilich mit Holz umkleidet.


 

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Der aus dem Grubenmeiler gewonnene Teer ist nicht als solcher verwendbar. Er enthält u.a. noch Wasser und andere gelöste Substanzen, im Volksmund „Teerpisse” genannt. Diese fremden Substanzen können entfernt werden, indem man den Teer stehen lässt und sie abschöpft. Der weltgrößte Grubenmeiler rauchte zwei Wochen und lieferte 35 000 Liter Holzteer plus Tausende Liter Nebenprodukte. Die Nachfrage nach dem Teer war groß. Der Teer aus Lentiira reicht aus, um die Schindeldächer etlicher Kirchen zu imprägnieren.

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