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An der Währungsunion kommt kein EU-Mitglied vorbei

Der finnische Finanzminister Sauli Niinistö beschreibt das wirtschaftliche Zusammenwachsen der Europäischen Union mit einem Vergleich aus dem finnischen Landleben:

„Wenn man früher auf einem Bauernhof zu Besuch kam, mußten vier Verhaltensregeln beachtet werden. Zuerst ließ man sich auf Hof sehen. Dann ging man zur Diele, räusperte sich und klopfte an. Danach setzte man sich auf eine für Gäste reservierte Bank neben der Wohnstube. Erst in der vierten Phase wurde man in die Stube und zu Tisch gebeten.

Dieses Ritual widerspiegelt die heutige Teilung Europas. Am Tisch in der Stube sitzen die Euro-Länder. Auf der Bank bei der Tür haben die EU-Mitgliedsländer Platz genommen, die sich noch nicht für die Teilnahme an der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) entschließen konnten. Vor der Diele rumoren fünf Länder, die via EU-Erweiterung Einlaß begehren. Auf dem Hof tummeln sich unübersehbar alle anderen europäischen Länder, einschließlich Rußland, wo ebenfalls Einlaß begehrende Stimmen laut wurden. Ich glaube nicht, daß die Länder an der Tür (Großbritannien, Schweden und Dänemark) dort sitzenbleiben werden, während neue Kandidaten eingelassen werden. Das ist meines Erachtens der äußerste Zeitpunkt, an dem eine Entscheidung getroffen werden muß”, schätzt Minister Niinistö.

Sauli Niinistö merkt zudem an, daß die Volkswirtschaften der EU-Länder, die noch nicht zur WWU gestoßen sind, unweigerlich in den Sog des Euros geraten werden, weil er weltweit zu einer Leitwährung avancieren wird.

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