Via Baltica
 
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Zukunftsträchtige Straße

Anders als in den Vereinigten Staaten und im Fernen Osten nimmt der Benzinverbrauch in Westeuropa kaum noch zu - obgleich Staus in den Großstädten und auf den Autobahnen für das Gegenteil sprechen. Der Verkehr wird zusehends reglementiert, und neue Autos verbrauchen immer weniger Brennstoff. In dieser Situation müssen sich europäische Ölraffinerien nach neuen Märkten umsehen - im Osten.

„In Osteuropa wächst der Markt für hochoktaniges Qualitätsbenzin, weil sich dort der Autobestand erneuert. Neben den Neureichen kaufen dort nun auch Durchschnittsverbraucher Westautos, die nicht mit dem Benzin des alten Tankstellennetzes betankt können”, so Matti Saarinen, Pressechef des finnischen Öl- Konzerns Fortum Oyj (früher Neste Oy). „In der Nähe Finnlands ist ein neues Marktgebiet entstanden: Der Raum St. Petersburg, Estland, Lettland, Litauen mit dem Königsberger Raum, Weißrußland und Polen. Dies setzt eine neue Logistik für den Ostseeraum voraus. Der Wasserweg ermöglicht effektive Transporte. Es ist einfacher, Brennstoffe nach St. Petersburg mit seinen sieben Millionen Einwohnern zu transportieren als zu einer kleinen Stadt Nordlapplands. Einstweilen ist Fortum in St. Petersburg die einzige ausländische Ölgesellschaft, aber wir werden sicherlich Konkurrenz bekommen. Im Baltikum operieren schon ein paar andere einschlägige Unternehmen, und in Polen sind sie allesamt vertreten.”

„Wir haben auf Wachstum gesetzt. In den expansivsten Zeiten haben wir jede Woche eine neue Tankstelle eröffnet. Nun unterhalten wir rund hundert, in ein paar Jahren können es schon zweihundert Tankstellen sein. Wir haben klein angefangen, aber damit den Grundstein für künftiges Wachstum gelegt. Das Tankstellennetz von Fortum ist brandneu und modern. Unsere neuen Tankstellen liegen verkehrsgünstig. Das ist wichtig fürs Geschäft.”

Tankstellen-Café als Klub derörtlichen Elite

„Die Fortum-Tankstellen in Rußland und im Baltikum sind - was Markenzeichen und Image betrifft - identisch mit denen in Finnland, nur das Umfeld ist verschieden. Sie funkeln wie Diamanten inmitten grauer Eintönigkeit und werden immer poppiger. Die ersten westlichen Tankstellen standen in einem unübersehbaren Kontrast zu ihrem Umfeld: Farben, Licht. Konsumgüter. Die angegliederten Cafés fungieren vielerorts als ein Klub der örtlichen Elite. Hier treffen sich betuchte Herren und modisch gekleidete Damen bei einer Coca-Cola”, beschreibt Matti Saarinen seine Beobachtungen.

„Die Via Baltica, die auch von Fortum ausgebaut wird, ist für den Transitverkehr noch nicht besonders bedeutsam. Deshalb haben wir uns auf die Ballungsgebiete und den Verkehr zwischen ihnen konzentriert. Das Straßennetz wird zwar verbessert, aber an vielen Stellen ist es im schlechten Zustand und für Touristen wenig verlockend. Auch die Direktverbindungen zwischen Mitteleuropa und Moskau lassen zu wünschen übrig. Aus finnischer Sicht ist eine funktionierende Route durch das Baltikum wichtig. Aber vor allem muß eine effektive Fernstraße von den südfinnischen Hafenstädten nach St. Petersburg gebaut werden. Das wäre auch im Interesse des Umweltschutzes. Heute wälzt sich der schwere Güterverkehr durch schmale Straßen, was auch vom Standpunkt der Verkehrssicherheit fragwürdig ist. Die Grenzübergangsstellen zwischen Finnland und Rußland müssen ebenfalls alle Möglichkeiten ausschöpfen. Auf diesem Gebiet arbeiten die Behörden eng zusammen”, erklärt Saarinen.