Schmuck nimmt vielerlei Formen an
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Diamanten sind die besten Freunde einer Frau? Möglich. Ein modernes Schmuckstück ist jedenfalls alles andere als ein Ring mit einem Taubenei großen Edelstein. Schmuck muss Individualität signalisieren, skulpturale Formen und eine Aussage aufweisen. Ein Schmuckstück sagt über ihre Trägerin oder seinen Träger - wie auch über den Geber - so viel aus wie ein Kleidungsstück.

Ein Schmuckkäufer tut gut daran, sich an einen bekannten und anerkannten Hersteller zu wenden. Ein besonnener Käufer weiß, dass Handarbeit und Qualität ihren Preis haben. Aber ein echter Schmuck ist zugleich eine Anlage, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Das finnische Schmuckdesign basiert gleichermaßen auf der traditionellen als auch der modernen Formgebung. Verbindende Faktoren sind unbedingte Qualität, gute Rohstoffe und solide Handarbeitskunst.

Skulpturaler künstlerischer Schmuck

Lapponia Jewelry ist im Ausland die bekannteste finnische Schmuckmarke. Das ist insofern schon ein kleines Wunder, als es in der Schmuckbranche kaum Markenzeichen gibt. Dieses Familienunternehmen, das im vergangenen Jahr 40 Jahre alt wurde, hat von Anfang an skulpturalen künstlerischen Schmuck favorisiert.

Von den Designern hat der Bildhauer Björn Weckström am längsten der Firma die Treue gehalten. Neben ihm gestalten heute der Däne Poul Havgaard, der gebürtige Ungar Zoltan Popovits und der Franzose Christoph Burger Lapponia-Schmuck. „Diese vier Designer repräsentieren völlig unterschiedliche Formsprachen und entwerfen Schmuck für vielerlei Kundenwünsche. Wir stellen alljährlich eine neue Kollektion mit 60-70 Modellen vor”, erläutert Alf Larsson, Marketingchef von Lapponia Jewelry.

Die Kollektionen von Lapponia umfassen rund 650 Schmuckstücke aus Silber, Gold und Platin. In skulpturalen Schmuckstücken werden Edelsteine oft als Lichteffekte verwendet. Wiewohl Lapponia-Schmuck ein unverkennbar finnisches Gepräge trägt, hat er einen weiten internationalen Liebhaberkreis gefunden. 85 Prozent der Produktion wird hauptsächlich nach Mitteleuropa, Skandinavien und Japan verkauft.

„Schmuck unterliegt nicht im gleichen Maße Trends wie Bekleidung, wenn auch graues Silber und Platin in den letzten Jahren recht beliebt war. Wenn die Mode wieder farbenfreudiger wird, ist zu erwarten, dass Gold wieder gefragt ist”, fachsimpelt Larsson.

Keine Dubletten

Haben Sie manchmal von einem Schmuck geträumt, den außer Ihnen niemand sonst besitzt? Solche Wünsche erfüllten die Geschwister Annette und Tina Tillander, die die Tradition einer renommierten Juwelierfamilie weiterführen. Die beiden sind Goldschmiede in der fünften Generation, und Tina hat zusätzlich Gemmologie (Edelsteinkunde) studiert.

In dem bezaubernden Geschäft des Ateliers Torbjörn Tillander in der Helsinkier Kluuvikatu arbeitet auch Mutter Paula mit. Die Mädchen wissen es zu schätzen, dass sie bei ihrem Vater solide Berufskenntnisse erwerben konnten. „Vaters Leitgedanke war: Wenn man schon mit der Hand arbeitet, macht es keinen Sinn, sich zu wiederholen, weil wir genug Ideen haben. Dieser Gedanke trifft für uns noch immer zu”, meint Tina Tillander. Für das Schmuckdesign sind Tina und Annette zuständig. Im Atelier im Obergeschoss setzen sieben Goldschmiede die Entwürfe in Schmuckstücke um.

Die Geschwister Tillander sind wegweisend in der Schmuckmode. Wenn sie verschiedenfarbige Steine und Perlen miteinander kombinieren, erhält selbst der klassische Stil eine originelle Note.

„Bei uns wird alles mit der Hand gefertigt, in einem Schmuckstück steckt enorm viel Arbeit. Es ist ein Jammer, dass wir nicht alle Ideen sofort verwirklichen können. Die Auftragsarbeiten der Kunden nehmen ständig zu, da bleibt für neue Modelle wenig Zeit”, bedauert Tina.

„Die Zahl der Frauen unter unseren Kunden ist eindeutig gestiegen. Heute kann sich auch eine Frau mit neuem Schmuck verwöhnen. Frauen wünschen oft Schmuckstücke, die sie auch werktags tragen können.”

Ein Stück Geschichte im Schmuckstück

Jeder Finne kennt Kalevala Koru [koru=Schmuck], der Schmuck dieser Firma ist auch als Souvenir sehr beliebt. Kalevala Koru, das erste Wort verweist auf das finnische Nationalepos, wurde 1935 gegründet und basiert auf der Geschäftsidee, von musealen Schmuckstücken Replikate zu fertigen. Nahezu fünfzig Jahre lang hat das Unternehmen jahrtausendalte finnische Modelle in Bronze, Silber und Gold reproduziert.

„Heute haben wir historisch motivierten Schmuckstücken mehr Platz eingeräumt. Die Schmuckstücke atmen noch immer den Geist und Inhalt der Vergangenheit, aber es sind keine exakten Replikate mehr. Es ist auch nicht nötig, Tausende von Jahren zurückzugehen. Anfang dieses Jahres bringen wir eine Jugendstil-Kollektion auf den Markt”, erklärt Marja Usvasalo, Geschäftsführerin von Kalevan Koru.

Die Firma unterhält auch eine zweite Produktionslinie mit modernem Schmuck, deren Hauptdesignerin Kirsti Doukas ist, eine talentierte junge finnische Schmuckdesignerin.

„Unseren Schmuck kennt man am besten in Finnland, Schweden und Norddeutschland. Nun haben wir versucht, mit neuen Schmuckkollektionen neue Kunden zu gewinnen. Von unserem Schmuck geht rund ein Drittel in den Export, aber die Menge wird sich bestimmt in kurzer Zeit erhöhen”, hofft Usvasalo.