Marschall C.G.E. Mannerheim
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Image size 9 Kb Kaum jemand hat die Geschicke Finnlands, 1998 wurde das Land achtzig Jahre alt, so nachhaltig beeinflußt wie der finnische Marschall Carl Gustaf Emil Mannerheim. Als Oberbefehlshaber der „Weißen Truppen” im finnischen Bürgerkrieg 1918-19, als erster Reichsverweser des unabhängigen Finnland und als Präsident der sechsten Republik. Die Person Mannerheims verkörperte schlechthin Finnlands siegreichen Verteidigungskampf gegen einen übermächtigen Feind.

In den Kriegsjahren 1939-40 und 1941-44 befand sich das Hauptquartier der finnischen Armee in Mikkeli, der „Stadt Mannerheims”. Der Marschallstab Mannerheims ist allgegenwärtig. Er wurde 1941, anläßlich Mannerheims 75. Geburtstags, in das Wappen Mikkelis aufgenommen, und nach Kriegsende 1944 ließ Präsident Mannerheim angedenk seines Hauptquartiers das Wappen im Orden Freiheitskreuz IV. Klasse verewigen.

Hauptquartier-Museum

Das Arbeitszimmer des Oberbefehlshabers wurde in den Weltkriegszustand zurückversetzt und dem Publikum zugänglich gemacht. Es erweckt ob seiner bescheidenen Ausstattung noch immer Verwunderung.

Mikkeli nahm bereits im Frühjahr 1918 einen zentralen Platz in der finnischen Geschichte ein, als die weiße Armee sich ins Hotel Seurahuone einquartierte. Auch General Mannerheim wohnte in dem Hotel, das 1940 ausgebombt wurde. Der Generalstab war zuvor in eine Volksschule übergesiedelt.

Für Interessenten der Kriegshistorie hat Mikkeli viel zu bieten. Lokki, das Nachrichtenzentrum des Hauptquartiers wurde an seiner ursprünglichen Stelle in einer Felsenhöhle originalgetreu rekonstruiert. Über dem Zentrum erhebt sich der Aussichtsturm Naisvuori [Frauenberg], von dem aus Nachrichtenhelferinnen den Luftraum überwachten. Auf dem Bahnhof ist der Salonwagen des Marschalls zu sehen, in dem Mannerheim zahlreiche Staatsmänner empfing, u.a. Adolf Hitler. Das Infanterie-Museum in Mikkeli wiederum veranschaulicht Operationen und Gerät der Waffengattung vom 18. Jahrhundert bis heute. Das Museum ist in einer restaurierten alten Infanterie-Kaserne untergebracht, allein das Gebäude ist eine Sehenswürdigkeit.

Schnapsideen

Namen bekannter Getränke und Drinks gehen oft auf berühmte Männer zurück. Der englische General „Old Grog” Vernon dekretierte seinerzeit, die Rum-Portionen seiner Mariner mit Wasser zu verdünnen. Damit war der Grog geboren - und Vernon hatte seinen Spitznamen weg. Nach Marschall Mannerheim, der landläufig Marski genannt wurde und wird, wurde wiederum der Marski-Trunk getauft, dessen Rezept der Mikkeli-Klub wie ein militärisches Geheimnis hütet.

Während des Krieges dinierte Marski regelmäßig im Mikkeli-Klub, wo er zu den Mahlzeiten einen appetitanregenden Schnaps zu trinken pflegte. In Laufe des Krieges ließ die Qualität des finnischen Schnapses zu wünschen übrig und Marski wies seinen Adjudanten Oberstleunant Ragnar Grönwall an, nach „passenden Ingredienzien zu fahnden”. Grönwall experimentierte eine Woche, dann hatte die Schnapsidee Gestaltangenommen: ein Cocktail aus Schnaps, Gin und Wermut. Der Marski-Trunk wird eiskalt in einem randoben gefüllten, reifbeschlagenen Glas kredenzt.

Der Mikkeli-Klub existiert noch immer und hält die Tradition hoch. Er hat mit der international operierenden Spirituosenfirma Allied Domecq Spirits & Wine Ltd über den Marski-Trunk einen Vertrag abgeschlossen. Hersteller und Abfüller ist das traditionsreiche finnische Familienunternehmen Lignell & Piispanen. Damit brauchen Schnapsfreunde in aller Welt auch heute nicht auf den historischen Marski-Trunk zu verzichten.

Wohl bekomm's!

C.G.E. Mannerheim in der Geschichte Finnlands