Image size 13 Kb Kunstzentrum im Kirchspiel

Das Kunstzentrum Salmela ist eine Ein-Mann-Show, verkörpert durch Tuomas Hoikkala. Eigentlich hatte er eine Laufbahn als Musiker einschlagen wollen - er ist ein an der Sibelius-Akademie ausgebildeter Saxophonist. Heute leitet Hoikkala eines der namhaftesten Kunstzentren Finnlands.

Als die Gemeinde Mäntyharju seinerzeit nach einer passenden Nutzungsform für eine Posthalterei aus dem 19. Jahrhundert suchte, war Hoikkalas Idee die kostengünstigste und spektakulärste. 1990 konnte das Kunstzentrum Salmela seine Tätigkeit aufnehmen.

Die Räumlichkeiten des Kunstzentrums, in die auch der alte Pfarrhof Iso-Pappila einbezogen wurde, eignen sich vorzüglich für Kunstausstellungen. Neben etablierten Künstlern bot Salmela auch ein Sprungbrett für Debütanten, sich in der Kunstszene einen Namen zu machen. So stehen heute die beeindruckenden Gemälde des jungen Malers Pasi Tammi, der 1997 in Salmela debütierte, hoch im Kurs. Experten raten, jetzt in die Kunst des erst 26jährigen Malers zu investieren. Nach Tammi stellten international renommierten Künstler wie der Bildhauer Timo Sarpaneva und der Maler Kimmo Kaivanto in Salmela aus. Iso-Pappila hingegen war eine Domäne der Frauen: Hier präsentierten die Malerinnen Anitra Lucander und Marjatta Tapiola sowie die Bildhauerin Nina Tervo ihre Arbeiten.
 

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Nina Tervo: „Der Reiter”

Tuomas Hoikkala bemüht sich - entsprechend den Empfehlungen der Unesco - das gesamte kulturhistorisch wertvolle Dorfmilieu wiederzubeleben und neu zu nutzen. So umfaßte ein multikulturelles Fest im Sommer 1997 u.a. eine Konzertreihe in der Kirche von Mäntyharju. Das Fest hob sich aus den Sommerfestivalreigen insofern hervor, als die Präsidentengattin Eeva Ahtisaari als Schutzherrin auftrat und Risto Ihamuotila, der Kurator der Universität Helsinki, die Veranstaltungsreihe eröffnete.

Im achten Jahr seines Bestehens mauserte sich Salmela zu dem, was es nach Plänen Hoikkalas sein sollte. Der Anfang war schwer. „Im ersten Ausstellungssommer wurde nicht eine einzige Arbeit verkauft. Aber jetzt haben Kunstfreunde und auch das breite Publikum Salmela entdeckt. An dem hohen Niveau haben wir immer eisern festgehalten”, vermeldet Hoikkala mit berechtigtem Stolz.

In den beiden weitläufigen Gebäuden des Kunstzentrums werden gleichzeitig die Arbeiten von höchstens sechs Künstlern präsentiert. Jeder von ihnen kann so viele Räume in Anspruch nehmen wie für eine repräsentative Werkschau benötigt werden. Die allsommerliche Grundausstellung wird von bekannten, verkaufsträchtigen Künstlern bestritten. Hoikkala ist nicht ganz wohl bei seinem risikofreien Kurs, aber: „Auf diese Weise hat Salmela als eine der raren großen Sommerausstellungen auch die schlimmsten Rezessionsjahre überstanden. Auf bewährte Namen kann man sich immer verlassen, doch auch mit neuen sich wir oft gut gefahren.” Die Künstlerliste der Sommerausstellung 1998 liest sich wie ein Gotha der finnischen Kunst: Hannu Väisänen, Kain Tapper, Eila Hiltunen, Juhana Blomstedt, Juhani Harri, Ukri Merikanto und Kimmo Pyykkö.

Im Laufe der Jahre hat Salmela ein eigenes Profil gewonnen, das auch die Künstler zu schätzen wissen. Neue Ideen wurden, im Umfeld der Konzerte und Vorlesungen, im Skulpturenpark realisiert. Die idyllische Seenlandschaft und die alten schmucken Holzhäuser bilden einen idealen Rahmen für kleinformatige, aber niveauvolle kulturelle Veranstaltungen. „Für das Kunstfestival Salmela”, betont Tuomas Hoikkala.

Die Besucherzahlen geben Hoikkalas Konzept eines interdisziplinären Kunstzentrums recht. Bereits im Juli 1998 wurde der Vorjahresrekord von 20 000 Besuchern überschritten. Die Konzerreihe Anfang August - Höhepunkt ist ein dem finnischen Komponisten Oskar Merikanto (1868-1924) gewidmetes Konzert mit dem berühmten Baß Jaakko Ryhänen - verspricht ein weiterer Publikumserfolg zu werden.

Image size 9 Kb Merikanto-Gesangswettbewerb

Musik spielt auch im diesem Jahr - das Kunstzentrum wird 2000 zehn Jahre alt - in Salmela eine unüberhörbare Rolle. Neben einem umfangreichen Ausstellungskatalog veröffentlicht das Zentrum eine CD mit der Musik Oskar Merikantos, interpretiert von u.a. hochkarätigen Sängern wie Matti Salminen und Monica Groop.

Die Verkaufserlöse der CD tragen dazu bei, ein neues Projekt für 2001 anzuschieben: Ein Merikanto-Gesangswettbewerb, für den auch Lieder von Oskars Sohn Aarre Merikanto (1893-1958) obligatorisch sind.