Image size 30 Kb Helsinki Cup
Juniorenkicker erobern die Stadt

Die olympischen Sommerspiele wurden für höchstens 15 000 Teilnehmer konzipiert, mitgerechnet Sportler, Trainer, Betreuer und Funktionäre. In diesem Größenverhältnis bewegt sich auch der Helsinki Cup für Juniorenmannschaften, zu dem alljährlich 14 000 Mädchen und Jungen aus aller Welt antreten. Damit erschöpfen sich freilich die Gemeinsamkeiten.

Der Olympia-Sport hat mit zunehmender Professionalisierung an Spontanität und Wettbewerbspaß eingebüßt. Die Wettkämpfe bedeuten harte Arbeit, nur die besten Olympioniken werden fürstlich entlohnt. Die Kommerzialisierung der Olympischen Spiele hat unerhörte Ausmaße angenommen. Allein für die TV-Übertragungsrechte der Spiele 2000-2008 mussten stolze 3,6 Mrd. USD hingeblättert werden. Dagegen ist der Helsinki Cup fast umsonst: Der ganze Spaß kostet nur 1,8 Finnmark (0,3 Mrd. Euro) und wird hauptsächlich in freiwilliger Gemeinschaftsarbeit auf die Beine gestellt - der Lohn besteht in dem Jubel junger Ballartisten auf dem Platz.

Die jüngsten Teilnehmer des Juniorenturniers sind erst 8 Jahre alt. Für sie ist Fußball noch ein Spiel, obwohl eine Niederlage mitunter auch mit bitteren Tränen quittiert wird. 19-Jährige malen sich oft schon eine Profikarriere aus, die jüngsten Stars der Spitzenclubs sind kaum älter. Was zählt ist, dass viele Teilnehmer beim Helsinki Cup das erste Mal in ihrem Leben die spannungsgeladene Atmosphäre internationaler Wettbewerbe erleben können, und die außerhalb des Spielfelds geknüpften Freundschaftsbande halten oft ein Leben lang.

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Im Jahr 2000 wurde das Turnier zum 25. Mal ausgerichtet. Die Teilnehmerzahl fluktuierte von Jahr zu Jahr, der Rekord war 15 000 Fußballer aus 29 Ländern. Insgesamt waren Junioren aus über 60 Ländern mit dabei: u.a. aus Brasilien, Chile, den USA, Mexiko, Namibia, Tansania, den Philippinen, aus Thailand und China.

„Das Gepäck ist für Mannschaften aus fernen Ländern eine große finanzielle Belastung. Sie treiben Reisegeld bei Sponsoren ein”, weiß der Cup-Manager Kimmo Söder. „Aber auch der finnische Staat lässt sich nicht lumpen. So hat das Außenministerium zum Festturnier 2000 der tansanischen Mannschaft die Reise bezahlt. Die Mannschaft hat sich mit medaillenträchtigen Platzierungen in ihrer Serie bedankt.”

Der Helsinki Cup - es gibt ihn seit einem Vierteljahrhundert - konnte auch internationale Auszeichnungen einheimsen. 1993 erkor das Internationale Olympiakomitee das Turnier zum „Sport für alle”-Wettbewerb, und 1996 wurde es als eine der Veranstaltungen zum 50. Jubiläum des Weltkinderhilfswerk der UNO akzeptiert.

Der Helsinki Cup ist Teil eines skandinavischen Juniorenturniers, das im Juni in aufeinander folgenden Wochen in Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland ausgetragen wird. Die Wettkämpfe des Jahrs 2001 werden in Helsinki vom 8.-14.7. unter den anfeuernden Rufen der jugendlichen Fans über den Rasen gehen. Dann dribbeln die Knirpse wieder über das Spielfeld, die Augen fest auf den Fußball gerichtet - auf das beliebteste Sportgerät der Welt.

Siehe auch:
WTF-O Super-Sportfeste und stimulierender Freizeitsport
Mehr über den Helsinki Cup ist hier nachzulesen